Wenn Kinder auf dem Jexhof mit selbst gebastelten Hasen-Löffeln auf dem Kopf mit ihren Eltern nach Ostereiern suchen, dann ist Ostermontag. Seit jeher gehört es zum Jahresprogramm des Bauernhofmuseums, oft schon vergessene Spiele und Informationen rund um das hohe christliche Fest anzubieten. Schon zu Mittag waren am Ostermontag viele der Parkplätze belegt, an den Zäunen lehnten Dutzende Fahrräder und im Hof und Biergarten herrschte bei frühlingshaften Temperaturen unter dem meist wolkenverhangenen Himmel reger Betrieb.
„600 Eier haben wir diesmal besorgt und versteckten sie in zeitlichen Abständen“, verriet Simone Schwägerl mit dem Hinweis, dass die Besucher aufgefordert seien, pro Kind nur ein Ei mitzunehmen, mit Rücksicht darauf, dass später Kommende auch noch Eier finden. „Auf dem Hof und im Garten, in Astgabeln, unter dem Baumschnitt oder beim Stall der beiden Hasen waren die Eier versteckt. Es dauerte nicht lange, dann war der erste Schwung weg“, sagte eine Mutter. Sie werde nun warten, bis Norbert Scholz als „Osterhase“ erneut seine Versteckrunde gedreht habe.

Tradition hat auf dem Jexhof das „Oarwoagln“, von dem diesmal zwei Varianten angeboten wurden. Entweder man lässt ein Ei über zwei eng beieinander liegende schräge Stangen rollen, um eines der im Gras liegenden Eier zu treffen und dieses dann als Preis zu bekommen; oder man legt auf die im Gras liegenden Eier ein Geldstück, das dem gehört, der das Ei trifft. Felix, Sophia und Fritz hatten sich für Geldvariante entscheiden, wobei sich letztlich das neunjährige Mädchen freute, 20 Cent gewonnen zu haben.

An einem Tisch daneben konnte man sich den Kopfschmuck mit langen Löffeln basteln. Handwerkliches Geschick war bei Simone Frey gefragt, um aus einer Scheibe vom Kirschbaumstamm mit Weidenzweigen und Moos ein Osternest zu zaubern. In der alten Backstube zeigte Therese Ross den Kindern, wie man ein „Hefeteig-Häschen“ formt und bäckt. „Erst den Bauch, noch etwas vom Kopf wegdrücken und dann die Ohren langziehen“, sagte sie zu Kevin und Sarah, und dann ging es „ab in den Ofen damit“. „Das mögen die Kinder, selbst etwas herstellen, das sie nachher auch noch essen können“, meinte eine Mutter zu ihrem Mann, „toll, dass sich das Jexhof-Team dazu immer etwas einfallen lässt“.

Vorsicht und Geduld waren bei Brigitte Hübner gefragt, wo sich Kinder mit Lebensmittelfarben ihr eigenes Osterei färben durften. „Lass das Ei im Löffel ganz langsam wie in einem Aufzug nach unten fahren, damit die Schale heil bleibt“, so Hübners Anleitung, als Moritz ein Ei ins blaue Wasser gab. Zwei, drei Minuten müsse er warten, denn: „Blau geht ganz schnell.“

Besonders bei den Kleineren kam das Basteln eines Osterhasen aus Karton mit Wattebauch und wachen Augen bei Ingrid Christoph und Verena Schwägerl gut an. „Weil es lustig aussieht“, hatte Niklas einen Löffel seines Hasen nach unten abgeklappt. Mit Spannung verfolgten die älteren Kinder, die von Antonia Wilczek gezeigten Experimente mit rohen Eiern, deren Schale sich in Essig auflöste. „Wer kann ein Ei mit einer Hand zerdrücken?“, fragte Wilczek, was natürlich trotz aller Anstrengungen keinem der Kinder gelang. Ein Bub fand aber doch eine Lösung, indem er das Ei an die Tischkante schlug, was bei anderen aber Lachen und auch Protest auslöste.

