Olympia-Attentat vor 40 Jahren Erinnerung an ein Trauma

Die Vorbereitungen für die zentrale Veranstaltung zum 40. Jahrestag des Olympia-Attentats von 1972 findet im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck statt - mit den Angehörigen der ermordeten israelischen Sportler und vielleicht auch mit Bundespräsident Joachim Gauck.

Von Andreas Ostermeier und Erich C. Setzwein

Es ist ein schreckliches Ereignis, das sich am 5. September zum 40. Mal jährt: das Olympia-Attentat von 1972. Die zentrale Gedenkfeier wird am 5. September im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck stattfinden. Dorthin lädt Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Gedenkfeier am Abend auch zu einem Staatsempfang ein. Auch in München wird am selben Tag an die Opfer der palästinensischen Terroristen erinnert - bei einer Veranstaltung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und der Landeshauptstadt im Olympiadorf. Zu der Veranstaltung in Fürstenfeldbruck ist ausdrücklich auch die Öffentlichkeit eingeladen.

Ob Bundespräsident Joachim Gauck nach Fürstenfeldbruck kommen wird, steht noch nicht fest. Die Veranstalter der Gedenkfeier rechnen jedoch damit, dass er die Einladung annehmen wird. Mit Gaucks Anwesenheit, aber auch der Beteiligung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Ministerpräsident Horst Seehofer, DOSB-Präsident Thomas Bach sowie Hans-Dietrich Genscher, Hans-Jochen Vogel, Georg Kronawitter und Walther Tröger, dem "Bürgermeister" des olympischen Dorfes 1972, soll der nationale Charakter der Gedenkfeier unterstrichen werden. Zudem werden Angehörige der elf getöteten Sportler aus Israel und des ums Leben gekommenen Polizeibeamten erwartet. Auch ein hoher Regierungsvertreter Israels wird anwesend sein.

Die Veranstaltung wird vor dem Tower auf dem Flugfeld abgehalten, wo die Geiselbefreiung in der Nacht zum 6. September auf dramatische Weise fehlgeschlagen war. Im Tower-Gebäude wird es eine kleine begleitende Ausstellung mit einem Kurzabriss der Ereignisse und den Biographien der Opfer geben. Eine Dauerausstellung ist vorerst nicht vorgesehen, könnte aber in den kommenden Jahren erarbeitet werden.

Um die Teilnahme von Angehörigen der ermordeten Israelis kümmern sich der Münchner Sportverein TSV Maccabi und der Pay-TV-Sender "The Biography Channel". Dort wurde ein Porträt jener Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft produziert, die nicht Opfer der Geiselnahme geworden waren.

Die Delegation aus Israel wird nach Auskunft von Maccabi-Ehrenmitglied Eberhard Schulz am 3. September in München erwartet. Die Israelis werden an beiden Gedenkfeiern in München und Fürstenfeldbruck teilnehmen. Während ihres Aufenthalts ist zudem ein Podiumsgespräch mit Sportlern von 1972 geplant, voraussichtlich moderiert von Marcel Reif. Außerdem wird es ein Fußballspiel zwischen dem TSV Maccabi und einer Polizeiauswahl geben.

Die Organisation der Veranstaltung in Fürstenfeldbruck liegt im Wesentlichen in den Händen des Landratsamtes. Dort laufen seit Herbst vergangenen Jahres die Fäden zusammen, fanden und finden Gespräche mit der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, dem israelischen Generalkonsul in München, Tibor Schlosser, und dem Standortältesten der Bundeswehr in Bruck, Robert Löwenstein, statt. Zudem werden dort die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen koordiniert. Die Gedenkfeier am 5. September wird nach bisherigen Planungen um 16 Uhr mit einer ökumenischen Andacht beginnen, gestaltet von den Pfarrern Albert Bauernfeind und Stefan Reimers sowie von einem Rabbiner. Daran schließt sich die eigentliche, öffentliche Gedenkfeier an. Um 18.30 Uhr begrüßt Ministerpräsident Horst Seehofer 500 geladene Gäste zu einem Staatsempfang im Fliegerhorst.