bedeckt München 20°

Olchinger Rathaus:Sanierung könnte 8,6 Millionen Euro kosten

Rathaus Olching

Die Stadt ist gewachsen, das Rathaus nicht. Nach fast 50 Jahren müsste das Olchinger Verwaltungsgebäude saniert werden.

(Foto: Günther Reger)

Ein Ingenieurbüro erwartet nicht, dass nach der Erneuerung mehr Räume zur Verfügung stehen

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Das Olchinger Rathausgebäude an der Rebhuhnstraße ist nun bald schon 50 Jahre alt. Gebaut wurde es zwischen 1971 und 1973. Doch die Bauart und die Ausstattung des Hauses sind so sehr in die Jahre gekommen, dass sich die Stadt seit einigen Jahren mit dem Gedanken trägt, entweder das alte Verwaltungsgebäude umfassend zu sanieren oder gleich ein neues Rathaus zu bauen. Eine sogenannte "orientierende Bestandsanalyse" des bisherigen Gebäudes ist jetzt durch Sachverständige erfolgt und dem Hauptausschuss des Stadtrates vorgetragen worden. Sie geht von Sanierungskosten in Höhe von 8,6 Millionen Euro aus.

Im Einzelnen veranschlagte das Gutachten 1,96 Millionen Euro für die Sanierung der Betonteile und der Standsicherheit des Gebäudes, 2,45 Millionen für den Wärmeschutz, 1,12 Millionen für die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung und 370 000 Euro für den Brandschutz. Die Planungskosten würden 1,44 Millionen betragen, und für Unvorhergesehenes müssten 1,2 Millionen Euro eingeplant werden. Und da damit zu rechnen ist, dass auch Schadstoffe zu entsorgen sind, wird allein dieser Posten mit 80 000 Euro angesetzt.

Die wirklichen Kosten könnten jedoch nach Aussage des Sachverständigen deutlich höher als die Schätzkosten liegen. Bei einer Sanierungsdauer von etwa zwei Jahren müssten auch Miet- und Umzugskosten für Material und Personal zusätzlich beziffert werden. Eine Sanierung würde "eine Verbesserung der Bausubstanz im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit" ergeben, formulierte Architekt Henzler.

Zwar ist die damalige Gemeinde und heutige Stadt Olching in den vergangenen fünf Jahrzehnten erheblich gewachsen, das hat sich aber nicht in einer überdeutlichen Vergrößerung der Verwaltung niedergeschlagen. Falls nun das Rathaus für viel Geld saniert werden sollte, würde sich ein räumlicher Zuwachs für die Stadtverwaltung, der dringend erwünscht ist, jedoch nicht ergeben. "Bei der Klausurtagung des Stadtrates Anfang kommendes Jahres wird diese Bestandsanalyse des Rathauses und eventuell auch ein möglicher Neubau ein wichtiges Thema sei", kündigte Geschäftsleiter Jürgen Koller zum weiteren Vorgehen an.

© SZ vom 28.09.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite