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Olchinger Grundschulen:Bürgermeister gibt Garantie ab

Mitttagessen in der Mittelschule Vaterstetten, 2017

Mittagsverpflegung ist Teil der Betreuung von Schülern

(Foto: Angelika Bardehle)

Andreas Magg will allen Schülerinnen und Schülern eine Mittagsbetreuung ermöglichen

Der Ärger über die Mittagsbetreuungssituation in Olchings Grundschulen ist groß. Eltern kritisieren den Mangel an Plätzen und fehlende Planungssicherheit. Bürgermeister Andreas Magg wagt nun einen Vorstoß. Er will an den drei Grundschulen eine Garantie einführen: Bis zur vierten Klasse soll die Betreuung gesichert sein, auch in den Ferien. Nächstes Schuljahr soll die Maßnahme bereits gelten. An einem runden Tisch will Magg mit den Vertretern der Eltern, der Schule, des Trägers sowie der Stadt ein Konzept ausarbeiten.

Er reagiert damit auf die Kritik, die Eltern bei der Bürgerversammlung in Geiselbullach äußerten. Auch bei einem Stammtisch der CSU zum Thema machten die Mütter und Väter ihrem Ärger Luft. Der Vorwurf: Aufgrund der knappen Plätze haben Familien keine Sicherheit, dass ihr Kind jedes Jahr einen Mittagsbetreuungsplatz erhält. Für viele bedeute das die Furcht um die berufliche und damit finanzielle Existenz, da ein Elternteil seine Arbeit zugunsten der Betreuung aufgeben müsse, heißt es vom Gesamtelternbeirat Olching. Einige hat es bereits getroffen: "Als im Juli das Ablehnungsschreiben der Mittagsbetreuung kam, ist für meine Frau eine Welt zusammengebrochen", erzählt ein Vater beim Themenabend der CSU. "Für sie heißt das, dass sie nicht mehr arbeiten kann." Selbst mit einer Halbtagsstelle sei es mit einem Job in München unmöglich, das Kind bei Schulschluss um 13 Uhr in Empfang zu nehmen, erklärt eine Mutter. Den Sohn oder die Tochter für mehrere Stunden alleine zu Hause zu lassen, ist für viele keine Option.

Erst dieses Jahr hatte sich die Situation zugespitzt. Bis Juni war unter anderem wegen Personalmangel unklar, ob der Sozialdienst, der die Mittagsbetreuung organisiert, ausreichend Plätze bereitstellen kann. Das traf vor allem Dritt- und Viertklässler. Bisher konnten zumindest bis zur dritten Jahrgangsstufe ausreichend Betreuungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Anfang September gab der Sozialdienst Entwarnung: Alle Schüler bis zur dritten Klasse, die einen Platz benötigten, konnten untergebracht werden, nicht aber alle Viertklässler.

Die bisher fehlende Planungssicherheit will Mag mit der Platzgarantie nun schaffen: "Ich möchte für die Eltern eine verbindliche und planbare Betreuungssituation auch in der vierten Klasse sowie den Ferienzeiten schaffen", erklärt er. Bis zur dritten Klasse habe man den Bedarf bislang immer decken können. Für die Schüler der vierten Jahrgangsstufe will er ein alternatives Angebot ausarbeiten, sodass auch hier Engpässe beseitigt werden. Das Format der Mittagsbetreuung sei für sie nicht ideal. "Sie werden oft zügig wieder abgemeldet." Er könne sich ein Angebot im sportlichen Bereich vorstellen. Ein Konzept für die Garantie soll der runde Tisch erarbeiten. Dieses wird anschließend dem Stadtrat vorgelegt.

Der Bedarf an Plätzen steigt: Bis zu 80 Prozent der Erstklässler benötigen einen Mittagsbetreuungsplatz, teilt der Sozialdienst mit. Allein in der Grundschule in Graßlfing gingen 25 Anmeldungen mehr ein als im Vorjahr. Dass sich das kaum ändern wird, zeigt eine Studie des Gesamtelternbeirates, deren Ergebnisse nun vorliegen. Befragt wurden Eltern, deren Kinder Krippe oder Kindergarten besuchen, die Beteiligung lag bei 36 Prozent. Es zeigt sich, dass sich etwa 95 Prozent auch in der Schule eine Ganztagesbetreuung wünschen. Die meisten, etwa 67 Prozent, sprechen sich für eine Betreuung an fünf Tagen aus, 84 Prozent ist außerdem das Angebot einer Ferienbetreuung wichtig.

Zumindest in Graßlfing ist eine Lösung in Sicht: Sie wird zur Zeit zur offenen Ganztagsschule ausgebaut. Olching und Esting sollen folgen, konkrete Konzepte liegen noch nicht vor. Dem Gesamtelternbeirat dauert das zu lange: Er fordert von der Stadt, "umgehend mit den Planungen zu beginnen".

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