Olching:Zaubersprüche im Namen der Liebe

Olching: Dorfhexe Buckl-Walli (Monika Popovits) zieht allen Mannsbildern die Ohren lang. Nicht mal der Pfarrer (Andreas Fischer, links) ist ihr heilig.

Dorfhexe Buckl-Walli (Monika Popovits) zieht allen Mannsbildern die Ohren lang. Nicht mal der Pfarrer (Andreas Fischer, links) ist ihr heilig.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

An diesem Freitag führt die Volksbühne die Premiere des Dreiakters "Verhexte Hex" auf

Von Franziska Schmitt, Olching

Veranstaltungen im Freien bieten sich pandemiebedingt an, wäre da nicht das manchmal sehr unzuverlässige Wetter. Sonne und dann wieder ein Wolkenbruch: in einem Jahr der Wetterextreme sammelt die Theatergruppe der Volksbühne Olching ihre erste Freilufterfahrung. Auf dem Gut Graßlfing in Olching bringt die Theatergruppe den Bauernschwank "Verhexte Hex" von Ralph Wallner auf die frisch gezimmerte Bühne.

Nach einem Jahr Coronapause möchte die Theatergruppe endlich wieder das Publikum begeistern. Das Freilufttheater mit entsprechendem Hygienekonzept ermögliche ihnen eine gewisse Planungssicherheit bis zu einem Inzidenzwert von 100, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Andreas Popovits die Entscheidung. Seit März haben die Schauspieler und Schauspielerinnen den Bauernschwank einstudiert. Anfangs allein, seit Mai nach Coronatests gemeinsam. Auf dem Gutshof ist für die Theatergruppe, die gewöhnlich im Catina in Olching auftrat, vieles neu. Die sonst kuschelige Atmosphäre musste dem weiträumigen Innenhof weichen. Mit Sicherheitsabständen ist hier Platz für mehr als 200 Zuschauer. Das seien doppelt so viele wie in der Catnina, sagt Paul Held, der die Regisseurin Ingrid Schediwy in den zurückliegenden Wochen vertreten hat. Er deutet an, dass das am ersten Spieltag schon den Puls der neun Schauspieler einmal mehr in die Höhe treiben könnte.

Manches bleibt jedoch auch beim Alten oder zumindest vertraut: Es ist bereits das sechste Stück aus der Feder von Wallner, das die Theatergruppe auf die Bühne bringt. Die Stückwahl sei vor allem durch die Freiluftinszenierung begründet, erklärt Popovits. Sie haben "keine Wirtsstube draußen aufbauen wollen." Und dass es sich dabei um einem Bauernschwank handeln soll, sei ohnehin klar gewesen.

Schon seit Jahren habe die Theatergruppe bemerkt, dass das Publikum einen unbeschwerten Abend genießen möchte und "nichts zum Nachdenken" brauche. Denn Sorgen gebe es im Alltag schon genug, sagt Popovits. So wurde schon in den vergangenen Jahren von Dramen abgesehen, und das scheint auch recht gut zur Motivation der neun Schauspieler zu passen. Neben dem Spaß am Spiel möchten sie vor allem das Publikum zum Lachen bringen. Dass ihnen dies gelingen wird, scheint schon durch die Wahl des Stück garantiert, denn der Bauernschwank in seinen drei Akten hält einige Pointen bereit. Dabei geht es für Burgl (Martina Winkler) und Lorenz (Michael Popovits) eigentlich um eine ziemlich ernste Sache. Sie haben sich ineinander verliebt und wollen heiraten. Doch damit das gelingt, braucht es schon ein Hexenwerk. Schließlich handelt es sich bei Lorenz um den Sohn des Bichelbauers, des Bürgermeisters. Und Burgl ist Ziehtochter des Kartoffelbauern Killian und scheint für jemanden mit Rang und Namen kaum die richtige Partie zu sein. Wie gut also, dass es die Dorfhexe Buckl-Walli (Monika Popovits) gibt. Die wohnt in einer abgeschiedenen Waldhütte. Gleich zu Beginn des Stückes fasst das Liebespaar sich ein Herz und sucht die Hexe auf. Dabei wird ihm angst und bange, denn im Dorf weiß man von allerlei bösem Zauber zu berichten. Doch so gefürchtet, wie die Hexe ist, können die Dorfbewohnern es nicht lassen, für den eigenen Vorteil ihr Hexenhandwerk in Anspruch zu nehmen. So wundert es nicht, als das Liebespaar Pfarrer Johannes (Andreas Fischer) vor der Hütte antrifft. Die Hütte der Hexe wird bald zum Schauplatz des Dorfgeschehens. Die Beziehung der Dorfbewohner zur Hexe zeigt sich sehr ambivalent. Vieles in dem Stück bleibt über zwei Akte hinweg rätselhaft. Die Auflösung gibt es dann aber im dritten Akt.

"Verhexte Hex" inszeniert von der Volksbühne Olching im Gut Graßlfing (Freilufttheater). Premiere an diesem Freitag, 23. Juli, Einlass 17 Uhr, Beginn 20 Uhr. Weitere Termine: Samstag, 24. Juli Sonntag, 25. Juli. Ebenso wie in der Folgewoche von Freitag, 30. Juli, bis Sonntag, 31. Juli. Ausweichtermine: Freitag, 6. August, und Samstag, 7. August. An Freitagen und Samstagen: Einlass 17 Uhr, Beginn 20 Uhr. An Sonntagen: Beginn 19 Uhr, Einlass 16 Uhr. Kartenreservierung unter Telefon 0151/56 38 96 16 oder 0176/696687. FFP2-Masken können am Platz abgenommen werden.

© SZ vom 23.07.2021
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