Luxus-Spa in OlchingBali-Urlaub im Gewerbegebiet

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Der Rohbau des Vabali-Spas im Olchinger Gewerbegebiet lässt zum Richtfest bereits die fernöstlich anmutende Dachform erkennen.
Der Rohbau des Vabali-Spas im Olchinger Gewerbegebiet lässt zum Richtfest bereits die fernöstlich anmutende Dachform erkennen.
Karl-Wilhelm Götte
  • In Olching entsteht für 80 Millionen Euro das „Vabali-Spa München" mit 14 Saunen, vier Pools und 114 Hotelzimmern im balinesischen Stil.
  • Die 15.000 Quadratmeter große Wellnessoase soll im Sommer 2027 eröffnen und täglich 600 bis 800 Besucher anziehen.
  • Highlight wird eine Saunainsel im Stürzer Weiher, Tageskarten kosten zwischen 48,50 und 53,50 Euro. Kinder sind erst ab 12 und nur in Begleitung Erziehungsberechtigter erlaubt.
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In Olching entsteht eine Wellnessoase mit Hotel im balinesischen Stil. Das „Vabali -Spa München“ bietet dort bald auf 15 000 Quadratmetern Fläche 14 Saunen, vier Pools und vier Dampfbäder. Es soll im Sommer 2027 fertig sein und täglich bis zu 800 Besucher anziehen.

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

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Nicht nach Bali fliegen müssen, sondern den „authentisch balinesischen Stil vor Ort genießen“, so lautet das Versprechen: Die erste Vabali-Spa-Wellnessoase gab es 2014 in Berlin. Es folgten Düsseldorf 2017 und Hamburg fünf Jahre später. Im kommenden Jahr reiht sich Olching in den illustren Kreis der Wellness-Standorte ein. Was dort entsteht, wird dem Namen nach allerdings das „Vabali-Spa München“ werden,  „die einzigartigen Wohlfühloase im Großraum München“, wie der Betreiber aus Köln mit Blick aufs erhoffte Einzugsgebiet propagiert. Jetzt feierte der 80 Millionen Euro teure Bau Richtfest. Im Spätsommer 2027 gibt es dann ein luxuriöses Spa für angepeilte 600 bis 800 Besucherinnen und Besucher pro Tag. Der Bali-Clou wird die Saunainsel im nahen Stürzer Weiher sein, der zur Anlage gehört.

„Wir wollen keinen Massenbetrieb wie zum Beispiel in der Therme Erding“, bekräftigt dann auch Geschäftsführer Cornelius Riehm. Olching würde sich aber mit Erding gut ergänzen. Riehm kennt sich aus, war er doch auch schon mal vier Jahre lang in Erding tätig. Er ist Geschäftsführer der Kölner Theune Spa Management GmbH, die die bald vier Bali-Spa-Ansiedlungen in Deutschland betreibt. „Schon als BWL-Student habe ich mit 22 Jahren in einer Therme gewedelt“, erzählt Riehm von vergangenen Zeiten. Inzwischen ist er 49 Jahre alt, wedelt als eloquenter Manager immer noch mit Worten und weiß genau, worauf es bei einer Wellnessanlage ankommt.

Das Vabali München im Olchinger Gewerbepark Geiselbullach ist ein riesiges Gebäudeensemble, das sich auf insgesamt 15 000 Quadratmetern verteilt. „Wir stehen hier in der Kathedrale“, beginnt Riehm seinen Rundgang durch den fertigen Rohbau in der wahrlich sehr hohen Empfangshalle. 14 Saunen, vier Dampfbäder und vier Pools kündigt er an, werde das Vabali demnächst haben. Es folgen leicht verwirrende Wege durch die langen Gänge des Hoteltrakts. Dieser wird den Gästen 114 Zimmer bieten. Eine Nacht im Doppelzimmer soll bereits ab 149 Euro zu haben sein. Im Hamburg kostet das billigste Zimmer 199 Euro. Das Frühstücksbüffet gibt es dort für 28 Euro extra pro Person. „Damit runden Paare ihren Wellnesstag gerne ab“, weiß Riehm. Wellness mit Hotel habe sich sehr bewährt, weiß er aus vielen Jahren an den anderen Standorten.

An den Dächern des Rohbaus sieht man schon den asiatischen Einschlag. „Bali vor der Haustür“, so der Geschäftsführer, werde dann komplett sichtbar, wenn die 30, 40 Hochseecontainer aus Indonesien für den Endausbau eingetroffen sind und verarbeitet werden. Dazu kommen alte belgische Dachziegel, die das Bali-Flair abrunden. Es wird kein Schwimm- oder Spaßbecken geben. Ruhe, Erholung und Entspannung sind die entscheidenden Kategorien auch bald im Vabali-München.

Kinder dürfen erst ab 12 rein und nur in Begleitung Erziehungsberechtigter

Dazu passt, dass Kinder unter zwölf Jahren nicht erwünscht sind; von zwölf bis 18 haben sie nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten Zutritt. Der Appel der Betreiber an die Eltern liest sich auf der Internetseite des Unternehmens wie folgt: „Liebe Eltern, das Vabali Spa ist ein Ort der Ruhe und Entspannung. Wir haben keine kindgerechte Einrichtung und Umgebung. Bitte hinterfragen Sie, ob sich Ihr Kind bei uns wohlfühlen wird.“ Eltern nähmen sich gerne mal einen Babysitter nehmen und vergnügten sich alleine ohne Kindergeschrei, so der Spa-Manager.

Weiter geht’s zu den gemischten Umkleidekabinen. „Hier gibt es Bademäntel und Handtücher“, so Riehm „und dann textilfrei in die Sauna und in die Pools.“ Highlight ist ein Außenpool mit später 30 Grad im Wasser. Die Gastronomie beginne direkt am Pool. Etwa 20 Köche und viel Personal dazu sollen die Gäste „mit eurasischer Wellnessküche“ verwöhnen. „Es wird eine hochwertige, aber erschwingliche Küche geben“, so die Ankündigung des Vabali-Geschäftsführers.

Baggersee statt indischer Ozean: Vabali-Geschäftsführer Cornelius Riehm im Liegestuhl am Stürzer Weiher mit einer Visualisierung, wie es dort bald aussehen soll.
Baggersee statt indischer Ozean: Vabali-Geschäftsführer Cornelius Riehm im Liegestuhl am Stürzer Weiher mit einer Visualisierung, wie es dort bald aussehen soll.
Karl-Wilhelm Götte

In Olching sollen etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden. Flexible Arbeitszeiten und Teilzeit sollen angeboten werden. Techniker aller Art und vor allem Gastronomie- und Hotelpersonal werden gebraucht.  Mit Arbeitsplätzen für Olchinger und den zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen hatte sich der Stadtrat von diesem Projekt überzeugen lassen. Und natürlich von einem großen Schuss Prestige, dass diese Anlage in der 28 000-Einwohnerstadt an der Amper entsteht, obwohl klar ist, dass sich diese Investitionen nur mit Besuchern aus der Landeshauptstadt wirtschaftlich lohnen wird. „Vielleicht kommt ja auch der eine oder andere in die Olchinger Hauptstraße“, sagt Sandra Pfend-Strobel, die dort das „Jeanshouse“ betreibt, mit Hoffnung auf mehr Kundschaft. „Extrem beeindruckend“ findet die Vorsitzende des Olchinger Stadtmarketings das, was sie als Schlusspunkt im hintersten Teil des Gewerbeparks sieht.

Ein riesiger Schlusspunkt, der sich optisch sehr wohltuend absetzt von den übrigen massenhaft vorhandenen Produktions- und Lagerhallen dort. Spektakulär schon jetzt die Kombination der Anlage mit dem See daneben. Umweltschützer haben den Stürzer Weiher als Biotop betrachtet, das unangetastet bleiben soll. Doch der Eigentümer hat ihn zusammen mit dem Areal verkauft, der Stadtrat hat den See mit großer Mehrheit in den Bebauungsplan eingebunden. Cornelius Riehm nimmt genüsslich in einem Liegestuhl am See Platz. Daneben visualisiert ein riesiges Transparent, wie die Kombination in einem Jahr aussehen wird. Es wird in der Mitte des Sees eine Saunainsel installiert, für die Gästen per Steg erreichbar. Abkühlung erfolgt dann im See.

Die Deckenhöhe der Eingangshalle deutet bereits auf die luxuriöse Großzügigkeit des „Vabali München“, das Geschäftführer Riehm seinen Gästen im Rohbau präsentiert.
Die Deckenhöhe der Eingangshalle deutet bereits auf die luxuriöse Großzügigkeit des „Vabali München“, das Geschäftführer Riehm seinen Gästen im Rohbau präsentiert.
Karl-Wilhelm Götte

Der Rundgang endet schließlich auf der großen Dachterrasse. Dort wird es einen Warmwasserpool geben und „den Blick über die gesamte Landschaft“, wie Riehm ankündigt. Einige Regeln und Vorgaben müssten aber eingehalten werden. Auf der Anlage wird Handyverbot herrschen. „Die Leute wollen keine Bilder von sich im Netz sehen“, bekräftigt der Geschäftsführer. Es gelte „Digital Detox“. Harte Alkoholika würden ebenfalls nicht ausgeschenkt. Besäufnisse wolle man verhindern.

Geöffnet wird das Vabali-München, wenn man die anderen Einrichtungen zum Maßstab nimmt, täglich von neun bis 24 Uhr. Die Tageskartenpreise bewegen sich zwischen 48,50 und 53,50 Euro. Das Minimum sind zwei Stunden Spa für 25,50/27,50 Euro. Ermäßigungen gibt es ausdrücklich keine. „Wohlhabende wollen gerne unter sich bleiben“, lautete die Kritik in der Stadtratsdebatte damals. Diese Kritik, auch an dem womöglich höheren Verkehrsaufkommen, ist längst verstummt. Jetzt heißt es bald nur noch: „Bali in Olching“ und das vorzeitige Resümee des ehemaligen Bürgermeisters Andreas Magg (SPD) drückt die neue positive Stimmung im Ort aus: „Wir erfüllen der Bevölkerung einen Wunsch und sollten stolz darauf sein, dass wir es haben.“

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