FreizeitStreit um Wellnessanlage

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So soll es aussehen: das künftige Vabali-Spa in Olching in einer Visualisierung.
So soll es aussehen: das künftige Vabali-Spa in Olching in einer Visualisierung. @vabali spa

Nach einer hitzigen Debatte billigt der Stadtrat Olching den Bebauungsplan für ein Spa und ein Hotel im Gewerbepark Geiselbullach.

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Die Argumente zur Ansiedlung der Vabali-Spa-Wellnessanlage im Olchinger Gewerbepark in Geiselbullach sind schon einige Male ziemlich unversöhnlich aufeinandergeprallt. Jetzt sind sie erneut im Stadtrat heftig ausgetauscht worden. Besonders die politischen Haudegen Ewald Zachmann (Für Olching) und Tomas Bauer (CSU) haben sich einmal mehr nichts geschenkt. Doch der beeindruckende Energieaufwand der Diskutanten war völlig umsonst, stand doch die große Mehrheit des Stadtrates erneut felsenfest hinter dem avisierten Bau der Wohlfühloase.

Im Stadtrat ging es um die notwendige Anpassung des Flächennutzungsplans hinsichtlich der Zweckbestimmung des Sondergebietes „Wellness und Hotel“ und die entsprechende Befürwortung des Bebauungsplans dort. Zachmann ließ kein gutes Haar an diesem „Luxuselement“. Das werde nicht für Olchinger gebaut, sondern für den Großraum München: „Das Spa ist für München und nicht für die 28 000 Einwohner von uns.“ Die Amperstadt müsse nur den zusätzlichen Verkehr ertragen.

Der soll nicht durch Olching, sondern über die Autobahn A 8 und die B 471 führen, aber: „Die sind jetzt schon überlastet“, so die Kritik Zachmanns. Er bestreitet auch die Anzahl von etwa 200 in Aussicht gestellten Arbeitsplätzen. Die würden sicherlich auch vorrangig mit Auswärtigen besetzt, prophezeite der FO-Stadtrat. Dann noch die 650 Stellplätze. „Das ist eine Versiegelung ohnegleichen“, sagte Zachmann.

Neben dem Spa soll auch ein 120-Betten-Hotel entstehen

Diese Versiegelung schmerzt auch die Grünen-Fraktionschefin Ingrid Jaschke ein wenig, ist für sie jedoch nicht maßgeblich. Genauso wenig wie der Verkehr: „Andere Gewerbebetriebe ziehen auch Verkehr an.“ Jaschke lockt die „erhebliche Gewerbesteuer“, die fließen werde und verweist dabei auf die gleichen Projekte des Unternehmens in Düsseldorf und Berlin. Jedenfalls ist der Bau „positiver als die 08/15-Gewerbehallen dort“, lautete Jaschkes Resümee vom „kleineren Übel“, dem sie ausdrücklich zustimmt.

Das gilt auch für ihre anderen Fraktionskolleginnen bis auf Heide Kuckelkorn. Sie schließt sich der Argumentation Zachmanns und des FO-Fraktionschefs Stefan Eibl weitgehend an, der das Vorhaben ebenfalls vehement ablehnt. „Das Grundstück muss man dem Bauwerber jetzt schön machen“, sagte Kuckelkorn. Der Wellnessbau, der auch noch ein 120-Betten-Hotel im Schlepptau hat, findet ihre Zustimmung nicht. Auch Michael Kircher, der wegen des Themas von den Grünen zur FO-Fraktion gewechselt ist, stimmte dagegen, ebenso ÖDP-Stadträtin Ulrike Girtner.

Neues Freizeiterlebnis und mehr Lebensqualität

CSU-Fraktionschef Tomas Bauer, wissend um die Mehrheit im Rat samt Bürgermeister Andreas Magg (SPD), verteidigte die Spa-Ansiedlung. Das Argument, dass das Bad nicht in die Landschaft passe, ließ er nicht gelten. „Dieser Modesatz ist inhaltsleer“, so Bauer, „da steckt kein Argument drin.“ Das Bad schaffe ein neues Freizeiterlebnis und biete mehr Lebensqualität. Für Bauer gibt es keine Gründe, das Bad nicht zu bauen.

Auch Magg widersprach den Kritikern: „Da tauchen Scheinargumente auf, wenn man es nicht will.“ Er lobte die „tolle Idee“ des Familienunternehmens Theune aus Düsseldorf. Magg weiter: „Wir erfüllen der Bevölkerung einen Wunsch und sollten stolz darauf sein, dass wir es haben.“ Zudem koste Olching die Ansiedlung keinen einzigen Euro und bringe per Gewerbesteuer Geld in die Stadtkasse.

Mit 24 gegen sechs Stimmen wurde schließlich der Bebauungsplan gebilligt. Es werden sicherlich noch zwei, drei Jahre ins Land gehen, bis Erwachsene – Kinder sind nicht zugelassen – dort ihr Wellnesserlebnis haben werden. Olching wird dann die vierte Vabali-Spa-Anlage nach den Metropolen Düsseldorf, Hamburg und Berlin in der hintersten Ecke des Gewerbeparks beherbergen. Ein Wohngebiet gibt es dort nicht, sodass sich kaum jemand gestört fühlen dürfte, auch nicht vom Parkverkehr.

 

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