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Olching:Olching und das Klima

Ausschuss plant 8000 Euro für Schutzmaßnahmen ein

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Geht es um Klimaschutz, ist Ingrid Jaschke, die Fraktionssprecherin der Grünen, natürlich die erste Rednerin im Stadtentwicklungsausschuss des Olchinger Stadtrats, die sich zu Wort meldet. Schließlich haben die Grünen im Juli 2019 gefordert, dass die Amperstadt den Klimanotstand ausruft. Jaschke bekräftigte, dass die Eindämmung der Klimakrise weiterhin dringend notwendig ist und der Klimaschutz "höchste Priorität" haben müsse. Im Beschluss des Ausschusses gestand sie dann auch die Formulierung "hohe Priorität" zu. Zudem beschloss das Gremium gegen die Stimmen der vier CSU-Stadträte eine Fortschreibung der Energie- und CO₂-Bilanz und dass die Verwaltung den Vorschlag einer Satzung für den Anschluss- und Benutzerzwang an die Fernwärme bei Neubauten erarbeiten solle.

Auch die Freien Wähler Olching (FWO) machten sich ebenfalls schon im Sommer 2019 mit einem Antrag für den Klimaschutz stark, indem sie die Verwaltung aufforderte, konkrete Vorschläge zu den Handlungsfeldern erneuerbarer Strom, Fernwärmeausbau und nachhaltige Verkehrsentwicklung vorzulegen. Sonja Weyland, die zuständige Mitarbeiterin im Olchinger Rathaus, hatte dies jetzt den Stadträten in einer ausführlichen Stellungnahme dargelegt, die besonders von Jaschke gelobt wurde. Weyland gab auch einen Ausblick für 2021, indem sie ein Radwegekonzept, einen 20-Minuten-Takt der ÖPNV-Buslinie 831, also der Innenstadtlinie, und ab Ende 2021 der Linie 860 in Aussicht stellte. Von 2022 an sollen Mobilitätsstationen mit einem Fahrradleihsystem erfolgen.

Es folgte bei diesem Thema der immer erwartbare Schlagabtausch der langjährigen Kontrahenten Jaschke und Tomas Bauer. CSU-Fraktionschef Bauer plädierte dafür, dass nicht Statusberichte und Bilanzen wichtig seien, sondern wollte Maßnahmen sehen. "Nur die bringen uns vorwärts", meinte Bauer. Zwei Drittel der Olchinger Fläche werde nicht mit Fernwärme versorgt, deshalb könne man dies nicht per Satzung bei allen Wohngebieten vorschreiben, argumentierte Bauer. Bei der Prioritätensetzung sah er die Coronakrise vor der Klimakrise. Jaschke bedauerte, dass momentan "der Klimaschutz hinten runterfällt". Die Grünen-Chefin sicher: "Erst kommt Corona und dann die Wirtschaft." Immerhin werden im ansonsten klammen Olchinger Haushalt für 2021 8000 Euro für den Klimaschutz eingestellt.

© SZ vom 23.01.2021
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