Olching:Flashmob gegen Straßenprojekt

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An der Stelle, an der schon gerodet wurde und der Kreisverkehr der Olchinger Südwestumfahrung entstehen soll, demonstrieren spontan die Gegner des Straßenverkehrsprojekts. (Foto: Privat/oh)

Die erneute Rodung für einen Kreisverkehr ist für die Gegner der Olchinger Südwestumfahrung ein Alarmzeichen. Sie sehen darin ein illegales Vorgehen, da die Umgehung derzeit noch nicht gebaut werden kann

Von Katharina Knaut, Olching

Eine Menschengruppe versammelt sich am Montagmorgen an der Einmündung der Römerstraße in die Staatsstraße 2345. Mit sich führen sie bunte Schilder, "Schutz für Mensch und Natur. Nein zur SWU!" steht unter anderem darauf. Es ist ein Flashmob, eine spontane Zusammenkunft, bei der die Teilnehmer ihren Unmut über die geplante Südwestumgehung (SWU) ausdrücken.

Anlass für das Zusammentreffen der etwa 35 Menschen, darunter Mitglieder der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching (Bioo), der Grünen und der ÖDP, war ein Rodungsfahrzeug, der an der Kreuzung zwischen Römerstraße und St 2345 abgestellt wurde. "Der Protest richtet sich gegen einen vorgezogenen oder einen von der SWU unabhängigen Anschlusskreisel", heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Kreisverkehr ist Teil der Südwestumgehung. Diese soll den Verkehr bei Esting umleiten, entlang des Starzelbaches Richtung Eichenau weiterführen und so die Staatsstraßen 2345 und 2069 miteinander verbinden. Bisher konnte das Projekt nicht realisiert werden: Die Trasse liegt inmitten des Hochwassergebietes an der Starzel. Aufgrund der vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes durch das Landratsamt muss ein neues Planfeststellungsänderungsverfahren durchgeführt werden.

Das staatliche Bauamt plant, den Kreisverkehr an der Römerstraße und der Staatsstraße unabhängig davon zu realisieren. Auch dafür ist ein Planänderungsverfahren notwendig, das jedoch vorgezogen wurde. Dafür führte das staatliche Bauamt eine Beteiligung bei den betroffenen Kommunen durch, die Stellungnahmen wurden der Regierung übermittelt. Diese werden derzeit geprüft, so Hans Jörg Oelschlegel, Bereichsleiter für Straßenbau beim staatlichen Bauamt in Freising, das für die Realisierung der SWU zuständig ist. Parallel wird die Ausschreibung für den Bau des Kreisverkehres vorbereitet. Das Bauamt plant, ihn noch in diesem Jahr zu realisieren. Das sei jedoch abhängig vom Beschluss der Regierung, betont Oelschlegel.

Rodungen an der vorgesehenen Stelle müssen bereits jetzt vorgenommen werden, so der Bereichsleiter für Straßenbau, 2017 seien die Arbeiten schon einmal durchgeführt worden: Die Pflanzen seien wieder gewachsen, daher seien neue Rodungen erforderlich. Das sei nur im Winter möglich, sagt Oelschlegel. Daher habe das Bauamt am Montag damit begonnen.

Für die Gegner der Südwestumgehung ein Alarmzeichen: Spontan trafen sie sich für einen Flashmob. "Meines Erachtens ist der Kreisverkehr illegal", erklärt Gert Schlenker, Vorsitzender der Bioo. "Er ist Teil der Südwestumgehung und die kann zurzeit noch nicht gebaut werden." Er und die Teilnehmer sprechen sich gegen die geplanten Baumaßnahmen aus.

Das staatliche Bauamt sowie Markus Brunnhuber, Leiter des Bauamts in Olching, sehen das anders. Der Kreisverkehr zwischen Römerstraße und Staatsstraße 2345 sei unabhängig von der Südwestumgehung sinnvoll, so Brunnhuber. "Abbiegen ist an dieser Stelle ein Ding der Unmöglichkeit." Ein Kreisverkehr würde die Einmündung sicherer und übersichtlicher machen, so Brunnhuber. Dieser Meinung ist auch Maria Hartl (CSU), die seit Jahren für die Umgehung kämpft. "Das ist eine unfallträchtige Stelle", erklärt sie. Vor allem für Busse sei es sehr schwierig, an der Stelle abzubiegen.

Befürworter wie Gegner der Südwestumgehung taten in den vergangenen Wochen vermehrt ihre Meinung zu dem Projekt kund. Eine Gruppe von Senioren habe sich getroffen und symbolisch versucht, die Fürstenfeldbrucker Straße zu überqueren, erzählt Hartl. "Ohne Erfolg", wie sie betont. Die Senioren wollten damit auf das Verkehrsaufkommen auf den Staatsstraßen aufmerksam machen. Befürworter der Südwestumgehung erhoffen sich, dass durch die zusätzliche Straße der Verkehr und die Lärmbelastung in Olching und abnehmen wird.

Gegner bezweifeln hingegen, dass die erwünschte Wirkung eintreten wird. Sie fürchten eher eine zusätzliche Belastung für die Stadt, ebenso wie schädliche Eingriffe in Natur und Umwelt, wie die Grünen bei einer Veranstaltung vergangene Woche betonten. Die Gegner wollen weiter für ein Ende der SWU kämpfen. "Ein Flashmob kann immer entstehen", sagt Schlenker.

© SZ vom 18.02.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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