Olching Diskussion bei Fingerfood

In der Sache meist einig: Georg Huber (von links), Katrin Staffler, Isabella Ritter und Thomas-Maier Eschenlohr sprechen über die Vor- und Nachteile der EU.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bei einer CSU-Wahlkampfveranstaltung kritisiert der Bauernobmann die Überregulierung in Deutschland, ein Unternehmer hält dagegen

Von Katharina Knaut, Olching

Belgische Waffeln, italienische Gebäckstangen, spanische und griechische Oliven, gespickt mit kleinen Länderflaggen aus Papier. Diese appetitlichen Häppchen erwarten den Besucher, der sich in den Saal im Kom begibt. In diesem Raum, in dem normalerweise lange Reihen von Stühlen stehen, ist an diesen Abend gefüllt mit runden Tischen. Auf jedem steht eine Auswahl des Fingerfoods, dabei liegt außerdem eine Liste des Musikprogramms: "Sie sind der Graf von Luxemburg", steht darauf, oder auch "Zwei kleine Italiener". Am Kopfende des Saals, gegenüber der Tür, ist eine Bühne aufgebaut. Auch dort steht ein kleiner Tisch, er ist bedeckt mit einer Europafahne.

Die Häppchen, die Tischdekoration, die Musikauswahl - kleine, subtile Hinweise, die am Thema dieses Abends keinen Zweifel lassen. Unter dem Motto "Mit Musik durch Europa" will die Kreis-CSU noch einmal kräftig die Werbetrommel zur Europawahl am kommenden Sonntag rühren und hat zur Podiumsdiskussion geladen. Etwa 35 Besucher sind erschienen, darunter vor allem Vertreter der CSU, wie Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch, Landrat Thomas Karmasin, seine Stellvertreterin Martina Drechsler und Angehörige der Olchinger CSU-Fraktion. Das Rednertrio bilden der Kreisobmann Georg Huber, die CSU-Kandidatin Isabella Ritter und Thomas-Maier Eschenlohr, Gründer des Unternehmens "Landpack". Moderatorin und Gastgeberin ist die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler. Sie klärt auch über den ungewöhnlichen Titel auf: "Musik und Europa haben viel miteinander zu tun". Die Kompositionen nehmen die Stimmungen der Nationen auf, seien geprägt von den Strömungen der Zeit. "Musik ist der rote Faden, der sich durch Europa zieht."

Bei der Diskussion herrscht weitgehend Einigkeit. Nur ab und zu gehen die Meinungen in der Sache auseinander. Hauptsächlich dreht sich die Diskussion um die Frage, wie viele Regelungen die EU tatsächlich braucht. Wortführer ist Georg Huber, der die Schwierigkeiten der deutschen Landwirte schildert: Nicht die EU, sondern die Deutschen seien dabei das Problem. "Wir haben den Drang dazu, alles perfekt zu machen, immer besser und schneller als die anderen." Dadurch seien die Bestimmungen in Deutschland viel schärfer als im Rest der EU. Die Konkurrenz aus Ländern, bei denen die Vorschriften weit weniger streng sind, sei erheblich.

Maier-Eschenlohr vertritt dazu eine etwas andere Meinung: Vor allem für Start-ups, wie er es gegründet hat, gebe es nichts Besseres als Regularien, erklärt er. Beim Herausbringen eines neuen Produkts sei er in der Haftung, außerdem müsse er den Beweis erbringen, dass keine Gefahr davon ausgeht. Ausreichende Verordnungen schaffen da Abhilfe: "Dann weiß ich, ich hafte nicht, ich mache alles richtig," Im Fall seines Unternehmens habe er eine entsprechende, klare Verordnung auf EU-Ebene gefunden. "Es war ein Traum!"

Es ist eine anschauliche, lebhafte Diskussion. Und auch wenn es nicht die vordringliche Intention Stafflers war: Die eingestreuten Musikstücke der Kreismusikschule, die den Abend passend zum Titel begleiten, lockern die komplexe Thematik tatsächlich auf. Immer wieder schweben mal die dunklen Klänge einer schwermütigen Sonate, mal die fröhlichen Melodien eines lustigen Stückes durch den Raum. Das Publikum lauscht dabei aufmerksam, die jungen Musiker ernten viel Applaus, ebenso viel wie die Redner.