Süddeutsche Zeitung

Olching:Der erste Schultag endet mit einem Corona-Fall

Die Elftklässler des Gymnasiums Olching müssen zwei Wochen zu Hause bleiben, für die anderen geht der Unterricht weiter

Von Andreas Ostermeier, Olching

Im Gymnasium Olching gibt es einen Corona-Fall. Betroffen sind die Oberstufenschüler der Q 11. Sie müssen bis 22. September zu Hause bleiben. Alle anderen Schülerinnen und Schüler können den Unterricht weiterhin besuchen. Schulleiter René Horak sagte, die 103 Schüler, die für zwei Wochen zu Hause bleiben, erhielten Online-Unterricht. Der positive Corona-Test war am Dienstagnachmittag durch einen Anruf des Gesundheitsamts an der Schule bekannt geworden. Daraufhin wurden laut Horak Lehrer, Eltern und Schüler informiert. Weil nicht einzugrenzen sei, welche Gymnasiasten mit der positiv getesteten Schülerin Kontakt gehabt haben, sollen sämtliche Elftklässler zu Hause bleiben, sagte Horak.

Nach Angaben des Landratsamts hat sich eine Gymnasiastin während eines Aufenthalts in einem Risikogebiet mit dem Coronavirus infiziert. Zwar unterzog sie sich einem Test, ging aber am Dienstagmorgen ins Gymnasium, obwohl ihr das Ergebnis noch nicht vorlag. Engeren Kontakt mit der infizierten Schülerin hätten die Mitglieder der Familie und zwei Freundinnen gehabt, heißt es in der Mitteilung der Kreisbehörde. Diese Personen gelten als Kontaktpersonen der Kategorie eins. Das bedeutet, dass sie sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben müssen. Sämtliche anderen Schüler der Q 11 gelten zwar nicht als enge Kontaktpersonen, aufgrund einer Anweisung des bayerischen Gesundheitsministeriums dürfen aber auch sie das Olchinger Gymnasium 14 Tage lang nicht betreten und haben in dieser Zeit Online-Unterricht.

Eine komplette Schließung der Schule aus Gründen des Infektionsschutzes ist aus Sicht des Gesundheitsamts nicht notwendig. Die Schüler der anderen Jahrgangsstufen sowie Lehrkräfte, die am Dienstag nicht in der Q 11 unterrichtet haben, können das Gymnasium in Olching weiterhin besuchen. Lehrkräfte und Schüler, die sich Sorgen wegen einer möglichen Ansteckung machen, könnten im Testzentrum in der Hasenheide, Am Hardtanger 5, einen Rachenabstrich machen lassen, empfiehlt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Die Kreisbehörde appelliert wegen dieses Falles an Reisende, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, sich nicht nur auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen, sondern das Ergebnis auch abzuwarten, ehe sie sich wieder in die Öffentlichkeit begeben.

Schulleiter Horak sagte, das Gymnasium habe sich darauf eingestellt, dass sich Jugendliche mit dem Coronavirus infizieren. "Das kann an jeder Schule passieren." Er betonte, dass sich die betroffenen Oberstufenschüler, die noch zwei Jahre bis zum Abitur haben, keine Sorgen machen müssten, denn der Online-Unterricht sei gut vorbereitet worden. "Es ist nichts kaputt, was den Unterricht betrifft", sagte Horak. Etliche Lehrerinnen und Lehrer haben sich demnach während der Sommerferien mit dem Konferenzprogramm "Microsoft Teams" fortgebildet. Sämtliche Schüler besitzen einen Computer und haben Zugang zu dem Programm, das es möglich macht, die Ausführungen einer Lehrkraft zu verfolgen sowie Fragen zu stellen oder zu beantworten.

Die mit dem Coronavirus infizierte Schülerin ist, was die Anzahl der Infizierten im Landkreis angeht, bereits in der Zahl vom Dienstag enthalten. Da das Landratsamt am Mittwoch nicht von einer weiteren Ansteckung erfahren hat, bleibt die Zahl der Infizierten deshalb erstmals seit längerer Zeit zum Vortag konstant. Das heißt, dass sich seit Beginn der Pandemie 1147 Männer und Frauen aus dem Landkreis mit dem Virus angesteckt haben. Die Zahl der inzwischen Gesundeten liegt bei 1019. Sie wird voraussichtlich am Donnerstag aktualisiert. Todesfälle im Zusammenhang mit einem Covid-19-Befund hat das Landratsamt 36 verzeichnet. Damit liegt die Zahl der Infizierten im Landkreis aktuell bei 92 Personen.

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SZ vom 10.09.2020
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