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Olching:Debatte um ein Geschoss

Olchinger Ausschuss diskutiert über neue Wohnbebauung

Von Katharina Knaut, Olching

Noch liegt das Feld an der Pfarrstraße am Olchinger Ortsrand brach. Das könnte sich jedoch ändern: Der Eigentümer des Geländes will dort eine Wohnanlage errichten. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte den Plänen nun unter einigen Voraussetzungen zu, die finale Entscheidung fällt kommende Woche im Stadtrat. Die Gremien haben bereits öfter über das Grundstück beraten. Unter anderem wurden zwei Varianten diskutiert: Entweder sollte das Gelände durch eine Ringstraße oder durch eine Stichstraße mit einem Wendehammer erschlossen werden.

Die Gremiumsmitglieder entschieden sich schließlich für den Wendehammer. Die nun vorliegende Planung sieht ihn in der Mitte des Areals vor. Auf dem Gelände sind sowohl Ein- als auch Mehrfamilienhäuser geplant, eine Reihenhauszeile soll außerdem im geförderten Wohnungsbau entstehen. Für die nötigen Stellplätze sorgen ein Garagenhof und eine Tiefgarage, die vom Wendehammer aus angefahren werden kann. Für Besucher sollen Parkplätze nahe der Pfarrstraße zur Verfügung stehen

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses zeigen sich mit dem Entwurf grundsätzlich einverstanden. Vor allem die Gestaltung der beiden Mehrfamilienhäuser, die an der Pfarrstraße und gegenüber der bestehenden Wohnhäuser entstehen sollen, sorgt aber für Diskussion. Es stehen mehrere Varianten zur Auswahl: Die ursprüngliche Planung sah für die beiden Gebäude drei Geschosse plus Dach vor, wobei letzteres kein zusätzliches Stockwerk mit Wohnungen beinhaltet hätte.

Ein Vorschlag des Eigentümers lautete, die Mehrfamilienhäuser mit drei Geschossen zusätzlich eines Vollgeschosses im Dach zu realisieren. Der Entwurf hätte sowohl einen Dachgiebel als auch eine Ausbuchtung, also eine Verbreiterung der Gebäude, zur Folge. Diese Variante würde die Massivität der Gebäude allerdings noch erhöhen, erklärt Bauamtsleiter Markus Brunnhuber. Anwohner hatten, im Zuge einer frühzeitigen Beteiligung, die Mehrfamilienhäuser jedoch bereits in ihrer ursprünglichen Höhe kritisiert.

Eine Kompromisslösung könnte nun darin bestehen, das Vollgeschoss im Dach und damit den Giebel und die Ausbuchtung des Gebäudes beizubehalten, dafür aber die Komplexe um ein Stockwerk zu reduzieren: Damit würden die Mehrfamilienhäuser insgesamt drei Geschosse umfassen, die dritte Etage würde allerdings innerhalb des Daches realisiert.

Einige Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses plädierten jedoch für eine höhere Bebauung. Das sei mit der umliegenden Nachbarschaft verträglich, erklärt Josef Gigl (Freie Wähler Olching). Der zweite Bürgermeister Maximilian Gigl (CSU) sieht es ähnlich. Er schlägt vor, im Bebauungsplan zwei Varianten zu formulieren: Den ursprünglichen Entwurf und die Kompromissvariante. Auf diese Weise könnten die Bürger bei einer öffentlichen Beteiligung zu beiden Varianten Stellung beziehen. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses stimmen dem Vorschlag zu. Die Verwaltung prüft nun, inwiefern erumsetzbar ist. Die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat.

© SZ vom 16.07.2020

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