Olching:Brand verzögert Einzug um Monate

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Nach Feuer auf Baustelle am Großen Berg in Olching können einige Wohnungen erst später bezogen werden

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Die Ermittlungen nach dem Brand auf der städtischen Baustelle Großer Berg in Olching haben nach ersten Berechnungen einen Schaden von etwa anderthalb Millionen Euro ergeben, wie jetzt die Stadt Olching mitteilte. Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hatten die Ermittlungen zum Großbrand vom Dezember übernommen; sie dauern immer noch an. "Eine vorsätzliche Brandstiftung als Brandursache konnte zwischenzeitlich jedoch ausgeschlossen werden", heißt es aus dem Olchinger Rathaus. Der Brand, der besonders in einem Wohntrakt wütete, hat zur Folge, dass der betroffene Gebäudeteil erst sechs Monate später fertig werden wird.

Mehrere Feuerwehren mussten am 14. Dezember vergangenen Jahres spätabends mit insgesamt 180 Einsatzkräften anrücken und waren damals die ganze Nacht mit der Brandbekämpfung beschäftigt. "Unser großer Dank gilt allen beteiligten Einsatzkräften, die uns vor Schlimmerem bewahrt haben", so Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Auf der Baustelle konnte bereits kurz nach dem Brand wieder weitergearbeitet werden. Man gehe "zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der Brand an der Fassade und am Dach im Rahmen der Bauarbeiten entstanden ist", heißt es in der Erklärung der Olchinger Stadtverwaltung.

Olching: Auf der städtischen Baustelle am Großen Berg in Olching inspiziert Markus Brunnhuber, Bauamtsleiter der Stadt, die Schäden.

Auf der städtischen Baustelle am Großen Berg in Olching inspiziert Markus Brunnhuber, Bauamtsleiter der Stadt, die Schäden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

"Besonders betroffen ist der vierte Stock", erläutert Bauamtsleiter Markus Brunnhuber. "Da hat es von fünf Wohnungen drei erwischt." Zudem müsse das gesamte Gebäude untersucht werden, ob zum Beispiel die bereits gelegten Leitungen noch funktionsfähig sind. "Und was hat das Löschwasser sonst noch angerichtet?", fragt Brunnhuber und mutmaßt, dass da möglicherweise mehr erneuert werden muss, vielleicht auch der Estrich.

31 kommunale Mietwohnungen werden von der Stadt Olching an der Ecke Münchner Straße/Ostpreußenstraße errichtet. Dazu entsteht noch eine integrierte Kindertagesstätte, die insgesamt sieben Kindergruppen beherbergen soll. Die Kita gehört zum Bauteil-Ost, der vom Brand nicht betroffen ist. Dort schreiten die Bauarbeiten laut Brunnhuber planmäßig voran und auch die Kita soll dort im Mai oder Juni dieses Jahres eröffnet werden. Dorthin wird die Kindereinrichtung "Noahs Arche", die seit fünf Jahren in Containern im Olchinger Schwaigfeld residiert, umziehen. Betreiberin am "Großen Berg" wird weiterhin die Caritas sein.

Auch der separate Gebäudeteil der Genossenschaft Wohngut mit 32 Wohnungen blieb von dem Brand verschont. Dort sind alle Klingelschilder besetzt und die meisten Mieter schon eingezogen. Die Außenarbeiten vor und hinter dem Gebäude mit den oberen Wohnungen, die alle Balkongeländer aus Holz haben, werden in diesem Frühjahr fertig gestellt. Neun Wohnungen der Genossenschaft wurden im Rahmen der einkommensorientiert geförderten Wohnung (EOF), der früheren Sozialwohnung, vergeben. Der staatliche Mietzuschuss für diesen Personenkreis mit Berechtigungsschein reduziert den Nettomietpreis pro Quadratmeter auf 5,50 bis 7,50 Euro. Die restlichen 23 frei finanzierten Zwei- bis Vierzimmerwohnungen in der Größenordnung von 40 bis 105 Quadratmetern kosten etwa 14 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Olching: Das angrenzende Projekt der Genossenschaft Wohngut war nicht vom Brand betroffen.

Das angrenzende Projekt der Genossenschaft Wohngut war nicht vom Brand betroffen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In die Wohnungen des kommunalen Olchinger Gebäudeteils sollen vor allem auch Bedienstete und Beschäftigte der Stadt einziehen und wohl auch vergleichsweise günstiger wohnen können. Doch zunächst steht erst einmal die Frage an: Wer trägt die Schadenssumme von 1,5 Millionen Euro, von der die Stadt aktuell ausgeht? Das werde zunächst die Feuerversicherung übernehmen, so die Annahme von Bauamtschef Brunnhuber. Ergeben dann die Ermittlungen der Brandfahndung, dass das beauftragte Bauunternehmen für den Brand verantwortlich ist, werde die Feuerversicherung voraussichtlich diese Firma und deren Versicherung in Regress nehmen.

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