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Olching:Ausbildung und Arbeit als Schlüssel zur Integration

Mittelstandsunion der CSU lässt sich von der Leiterin des Jobcenters über die Qualifikation von Flüchtlingen informieren

Vor dem Hintergrund eines weiter zunehmenden Fachkräftemangels sind die Integration und Beschäftigung von Asylbewerbern für die Mittelstandsunion zentrale Themen der inländischen Asylpolitik. Mehr als 2300 Flüchtlinge leben im Landkreis Fürstenfeldbruck, unter ihnen viele neue Fachkräfte. Um sich dem Thema zu nähern, lud die Arbeitsgemeinschaft der mittelständigen Unternehmer in der CSU zusammen mit dem Jobcenter Fürstenfeldbruck zu einer Infoveranstaltung nach Olching ein.

Das Jobcenter betreut alle Menschen aus dem Landkreis, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder andere Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch zwei erhalten, und versucht, diese wieder "fit für den Arbeitsmarkt" zu machen. Auch auf das Jobcenter wirken sich die weiterhin steigenden Flüchtlingszahlen aus. Während noch vor drei Monaten der Anteil der "Kunden" mit Migrationshintergrund bei 40 Prozent lag, sei er mittlerweile um weitere fünf Prozent gestiegen, berichtete Claudia Baubkus, die neue Geschäftsführerin des Jobcenters. Denn wessen Asylbewerberstatus anerkannt ist, den führe es meist direkt ins Jobcenter.

Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten Asylbewerber Unterstützung zur Sicherung des Grundbedarfs. Da viele anerkannte Flüchtlinge über wenig finanziellen Rückhalt verfügen, haben sie Anspruch auf Hartz IV. Die Not, so Baubkus, sei oft groß, aber ebenso der Wunsch nach Arbeit. Jedoch sei das Bildungsniveau der Flüchtlinge sehr unterschiedlich.

Ein Teil der Asylbewerber versuche, sofort als Ungelernte ohne richtige Deutschkenntnisse Jobs zu finden, berichtete Baubkus. Die meisten Flüchtlinge seien junge Leute. Baubkus gab das Durchschnittsalter mit 25 Jahren an. Schwierigkeiten bei dieser jungen Personengruppe täten sich oft erst in späteren Jahren auf.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck gebe es bereits gute Erfolge bei Unternehmen, die Teilqualifizierte angenommen haben, berichtet die Leiterin des Jobcenters. Im Landkreis lebten derzeit überwiegend Migranten aus Herkunftsländern wie Syrien, Eritrea, Iran und Irak, die eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit hätten. Die Flexibilität bei diesen jungen Menschen sei groß, so Baubkus. Diese gehe sogar so weit, dass Menschen mit muslimischen Glauben in Bayern Metzger werden wollten.

Claudia Baubkus gab ihrer Überzeugung Ausdruck, dass der Schlüssel zur Integration die Sprache sei. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge biete Integrationskurse an, die neben dem Basiswissen für das Leben in Deutschland vor allem Sprachkurse beinhalten. Die Pflichtteilnahme von zwei Jahren sei nun abgeschafft worden, und das sei richtig gewesen, sagt Baubkus, denn die Prozesse müssten beschleunigt werden. Viele der Migranten hätten in der Vergangenheit durch diese zwei Jahre die Motivation für den Arbeitsmarkt verloren.

Für eine nachhaltige Integration sei es wichtig, die Sprachkurse individuell nach dem Stand der Deutschkenntnisse auszuwählen und auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen, so Baubkus. Das bringe zwar entsprechende Kosten mit sich, sei aber die Grundlage für anschließende Qualifizierungsangebote und somit die Beendigung des Leistungsbezugs. Man versuche die Verwertbarkeit des Berufsstands zu berücksichtigen.

Viele der Flüchtlinge könnten zwar nicht als fertig ausgebildet anerkannt werden, hingegen unter den Status "Zwischenprüfungsniveau" fallen oder auf dieses Ausbildungsniveau gebracht werden. "Das Zwischenziel ist das Endziel, um zur Fachkraft ausgebildet zu werden", fasste Baubkus das Integrationskonzept zusammen.

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