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Olching:Anschluss an die Datenautobahn

Stadt bringt "Masterplan Breitband" auf den Weg und will Leerrohre verlegen

Schnelles Internet zählt mittlerweile nicht mehr zum Luxus. Vielmehr ist es ein Grundbedürfnis. Das hatte der Hauptausschuss am Dienstag klar gestellt und für zwei Projekte im Sinne einer leistungsfähigeren Internetversorgung in Olching gestimmt. Der Stadtrat hat nun den finalen Beschluss gefasst.

Zum einen brachte er den "Masterplan Breitband" auf den Weg, der im Zuge eines staatlichen Förderprogramms entwickelt wurde. Er enthält eine Bestandsaufnahme, wie es um die Breitbandversorgung in Olching bestellt ist und wie diese ausgebaut werden kann. Eine besondere Rolle spielt dabei das Verlegen sogenannter Leerrohre.

Diese stellen die Infrastruktur dar, die eine Einführung von Glasfaserkabeln wesentlich vereinfachen würden. Ein teurer und aufwendiger Faktor des Breitbandausbaus sei die unterirdische Verlegung der Kabel, erklärt Wirtschaftsreferentin Sonja Weyland. Die Idee ist, bei ohnehin laufenden Bauarbeiten auch Leerrohre zu verlegen. Der Masterplan zeige, an welchen Standorten es sich anbieten würde, so Weyland. Netzbetreiber könnten diese zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, um dort die Glasfaserkabel durchzuschieben, ohne erneut Gräben öffnen zu müssen. Die Leitungen könnten dann von einem Punkt aus einfach "durchgeschossen" werden, so Weyland. Die Kosten würden sich so deutlich reduzieren. Die Stadt hofft, mit der Infrastruktur das Interesse von Netzbetreibern zu wecken, die dann den Breitbandausbau in Olching vorantreiben. Die Stadt würde die Rohre dann an die Unternehmen vermieten oder verkaufen. Auch städtische Tochtergesellschaften und Zweckverbände sollen bei anfallenden Bauarbeiten zur Verlegung der Rohre angehalten werden. Die Stadtwerke und der Amperverband praktizieren das laut Bürgermeister Andreas Magg (SPD) bereits. Langfristig sollen so alle Bürger mit Breitband versorgt werden. Dem Olchinger FDP-Vorsitzenden Andreas Teichmann geht dieser Masterplan nicht weit genug. Er fordert, ein Konzept in Absprache mit den Netzbetreibern zu erstellen. Dieses solle garantieren, dass bis spätestens 2026 80 Prozent der Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen und der Rest mindestens 100 Megabit pro Sekunde übertragen kann. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt.

Der Stadtrat beschloss außerdem, das Angebot der Telekom im Zuge des staatlichen Förderprogramms nun final anzunehmen und so den Breitbandausbau in nicht erschlossene Gebiete voranzutreiben. Die betroffenen Bürger sind über diese Entscheidung erleichtert: "Ich hoffe, dass das Angebot der Telekom nun endlich unterschrieben werden kann", sagt Freddy Burkhart, ein Bewohner des Graßlfinger Mooses. Im Mai wollte der Stadtrat das Angebot noch ablehnen, Burkhart bat setzte sich jedoch letztlich erfolgreich für eine erneute Prüfung ein.

Die Stadt führte daraufhin weitere Gespräche, sodass es nun doch noch zu einer Einigung kam. Wäre das Projekt damals beendet worden, hätten die Randbezirke auch in zehn Jahren noch kein schnelles Internet, so Burkhart. Die nun veranschlagten vier Jahre Ausbauzeit sieht er im Gegensatz dazu gelassen: "Die gehen auch vorbei."

© SZ vom 09.11.2019
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