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ÖPNV:Bessere Verbindungen, günstigere Preise

Zum Fahrplanwechsel gibt es einige neue Angebote im Bussystem des Landkreises sowie erstmals ein Sozialticket. Die MVV-Tarifreform beschert vielen Kunden billigere Fahrkarten, manche müssen tiefer in die Tasche greifen

Der Fahrplanwechsel am Sonntag bringt für Kunden im Landkreis einige Verbesserungen im Bussystem, das Ruftaxi kann per App gebucht werden, und die Tarifreform tritt in Kraft. Sie soll alles übersichtlicher machen, außerdem werden die Preise für viele Fahrgäste günstiger. Darum wurde im MVV-Verbund jahrelange gerungen, bis ein Ergebnis vorlag. Martin Runge (Grüne) kritisierte einige Schwachstellen der ersten Version, dann forderte die CSU in München-Land diese zu prüfen, zuletzt funkte der Ministerpräsident dazwischen. Im Landtagswahlkampf zog Markus Söder (CSU) die Spendierhosen an, versprach ein 365-Euro-Ticket und gewährte dem MVV einen Zuschuss von 35 Millionen Euro. Daraufhin wurde die Reform überarbeitet.

Sieben Zonen statt 16 Ringe

Von sechzehn Ringen und drei Tarifzonen im MVV bleiben sieben Zonen übrig, im Landkreis sind es sogar maximal vier. Das Stadtgebiet von München ist eine einzige M-Zone. Im Landkreis Fürstenfeldbruck werden Städte und Siedlungszonen wie Eichenau, Puchheim, Gröbenzell und Olching zu einer Zone zusammengefasst, so dass die Fahrt mit dem Bus zum Bahnhof fast immer inklusive ist. Etliche Tarifsprünge verschwinden. Mit zwei Streifen kann man von Bruck aus jeden Ort im Landkreis erreichen. Germering und Harthaus liegen nun in einer Zone, aber Harthaus gehört gleichzeitig zur Münchenzone. Zu befürchten steht, dass Pendler nach Harthaus fahren, weil sie dort Tickets für die Zone M und nicht M+1 kaufen müssen.

Billiger und teurer

Dank des Zuschusses aus der Staatskasse werden Monatskarten für viele billiger. Die Zonen werden größer, was längere Strecken günstiger macht, davon profitiert vor allem der ländliche Westen des Landkreises. Teurer werden Einzel- und Wochenkarten. Wer viel in München unterwegs ist, profitiert von einer Flatrate. Wer von Bruck oder Gröbenzell nach Laim fährt, muss aber für Monatskarten mehr bezahlen. Hermann Seifert, im Landratsamt zuständig für den Öffentlichen Verkehr, geht davon aus, das mehr als 96 Prozent der Kunden von der Reform finanziell profitieren. Wer nach Allach wolle, müsse nicht mit der Bahn über Laim fahren, sondern könne den Expressbus X 80 von Puchheim und Gröbenzell nach Untermenzing oder Moosach fahren und so die M-Zone umgehen.

Seniorenticket

Das Alter für Seniorentickets wird von 60 auf 65 Jahre angehoben, dafür gilt die Isarcard 65 ganztätig und nicht mehr erst von 9 Uhr an wie bisher. Abonnenten der alten Isarcard 60, die jünger als 65 sind, genießen eine Übergangsregel und erhalten weiter das Seniorenticket.

Sozialticket

Von 1. Januar 2020 an gibt es auch im Landkreis ein Sozialticket. Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt sowie Angehörige des Bundesfreiwilligendienstes bekommen im Servicezentrum des Landratsamtes gratis einen Landkreis-Pass, mit dem sie die Isarcard S bekommen. Wie viele Personen es sein werden, steht nicht fest, das müsse die Erfahrung zeigen. Das Sozialticket gibt es in München und dem Landkreis München-Land schon länger.

Die Linie 840 verkehrt auch künftig wie gewohnt nach Buchenau. Bei den Bussen der Linie 820 nach Seefeld-Hechendorf kommt eine Haltestelle dazu, die Kirschbaumstraße in der südlichen Buchenau.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Von Geltendorf nach Mammendorf

Das wichtigste neue Angebot ist die Linie 810, eine Verbindung von Mammendorf nach Geltendorf, die zwei Bahnhöfe und S-Bahnlinien verbindet sowie erstmals direkt den Freizeitpark in Mammendorf am Badesee anbindet. Die Busse halten in Eismerszell, Moorenweis, Jesenwang, Babenried, Landsberied, Eitelsried und Mammendorf. Gefahren wird von Montag bis Samstag von etwa 5.30 Uhr bis 20.30 Uhr im 40-Minuten-Takt. An Kosten hat der Landkreis etwa 260 000 Euro veranschlagt, allerdings gehen die Planer in der Kreisbehörde davon aus, dass die Verbindung gut angenommen und die Einnahmen höher werden als kalkuliert.

Durch die Mitte Grafraths

Jeder zweite Bus der Linie 805 von Kottgeisering nach Grafrath fährt in Zukunft nicht durch die Villenstraße Süd zum S-Bahnhof in Grafrath, sondern fährt durch die Ortsmitte. Das soll Fahrgästen ermöglichen, Behördengänge bei der Verwaltungsgemeinschaft und auch Einkäufe zu erledigen.

Mehr Buchenau

Die Busse der Linie 820 von Bruck nach Seefeld-Hechendorf halten künftig auch an der neuen Haltestelle Kirschbaumstraße in der südlichen Buchenau.

Neuer Kurs der Linie 825

Außerhalb der Schulzeit hält der Bus der Linie 825 nicht mehr in Eismerszell, sondern fährt auf dem Weg nach Fürstenfeldbruck direkt von Dünzelbach nach Moorenweis. Die Anbindung von Eismerszell an Moorenweis und den Rest der Welt übernimmt die neue Linie 810.

Verbindung nach Gauting entfällt

Die Linie 907, die bislang Germering und Gauting verbindet, entfällt auf Wunsch des Kooperationspartners, des Landkreises Starnberg. Schon im vergangenen Jahr wurde das Angebot reduziert, weil mit der Linie 260 eine attraktivere und schnellere Tangentialverbindung zur S 6 nach Planegg entstanden ist. Die Anbindung des Kraillinger Gewerbegebiets KIM übernimmt der neue Expressbus X 920, der Bruck, Alling, Gilching und Krailling mit der U-Bahn beim Klinikum in Großhadern verbinden wird. Die Expressbuslinie startet am 1. März 2020.

ÖPNV

Das Anruf-Taxi kann man künftig über die MVV-App automatisch buchen, außerdem ändern sich Anbieter und Telefonnummer.

(Foto: MVV/Geldhauser)

Ruftaxi

Die MVV-Ruftaxi-Linien im Landkreis werden bereits am Samstag, 14. Dezember, von einem anderen Unternehmen, der Firma Geldhauser, übernommen. Die neue Rufnummer lautet 089/88988980. Außerdem können Kunden ihre Fahrten nun über die MVV-App automatisch buchen.