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Öko-Partei:Grüne im Stimmungshoch

Grüne

Gina Merkl (von links), Jan Halbauer, Martin Runge und Lena Satzger bilden das Wahlkampfteam der Grünen im Landkreis. Ihr Ziel für die Kommunalwahl: Grüne Bürgermeister.

(Foto: Günther Reger)

Im Landkreis treten immer mehr Menschen in die Partei ein, die mit vollem Elan in den Wahlkampf startet

Von Karl-Wilhelm Götte, Mammendorf

"Läuft bei uns..." lautete die Überschrift der Präsentation, die der grüne Kreisrat Jan Halbauer vorträgt. Dass die Partei laut der aktuellen Sonntagsfrage auf Bundesebene mit der CDU/CSU gleichauf ist, lässt auch das Selbstbewusstsein der Grünen im Landkreis steigen. Halbauer teilt der 30-köpfigen Kreisversammlung in Mammendorf erst einmal einen Mitgliederrekord mit. "Wir haben 301 Mitglieder", ruft er in den Saal. "302 sind es schon", ruft jemand zurück, der es wohl wissen muss. Beste Voraussetzungen für die Kommunalwahlen im März 2020, das Thema des Abends. Auch grüne Bürgermeister soll es geben.

302 Mitglieder sind ein Zuwachs von etwa 30 Prozent. "Jahrelang sind wir bei 230 gestanden", erklärt Halbauer. Für die Landkreisebene bestimmt die Versammlung ein vierköpfiges Wahlkampfteam. Lena Satzger, die Kreisvorsitzende, ist dabei, Halbauer, Martin Runge und das 21-jährige politische Jungtalent Gina Merkl, die ihre große Lust in diesem Team mitzuarbeiten, so beschreibt: "Habe sehr Bock auf Wahlkampf." Lena Satzger sieht sich "federführend im Designbereich", während Halbauer auf einige Jahre Mandats- und Amtserfahrung zurückblicken kann. Landtagsabgeordneter Runge kann auf noch viel mehr Erfahrung verweisen. Mit inzwischen 61 Jahren so etwas wie der "Grand Seigneur" der Grünen, erwähnt er, dass er bereits 36 Jahre Mitglied des Kreistages sei. Runge hat zuvor den Versammlungsteilnehmern aus den Städten und Gemeinden, die es noch nicht wussten, erklärt, welche Aufgaben Kommunen und der Landkreis haben.

"Wir haben einen Lauf", kommentiert auch Runge die Lage der Partei überaus zufrieden, warnt aber auch: "Das ist nicht alles auf unsere Fahnen zu schreiben." Die Grünen würden vor allem bei den Themen Umwelt-, Klima- und Artenschutz sowie bei Bürger- und Menschenrechten punkten. "Ich freue mich auf einen fulminanten Wahlkampf", schließt er.

Mehr Mitglieder heißt auch mehr Ortsverbände bei den Grünen. Die Partei organisiere sich jetzt auch in Türkenfeld, Emmering, Althegnenberg und Mammendorf sagt Runge. Ausgangspunkt für die Wahl 2020 ist das Ergebnis von 22,64 Prozent bei den vergangenen Europawahlen. Möglichst überall sollen komplette Listen aufgestellt werden.

Der Kommunalwahlkampf soll draußen und drinnen stattfinden. "Raus auf die Straße", fordert Halbauer zum einen und "rein ins Netz" zum anderen. Es sollen sogenannte "Kümmerer" in jeder Kommune installiert werden, über die die Kommunikation laufen solle. Halbauer spricht aufgrund der erfolgreichen Wahlkämpfe 2018 und 2019 von einer "tollen Kassenlage" auf Landesebene. Die ermögliche auch Schulungen für Bürgermeister-Kandidaten. Die Grünen planen einen Bürgermeister-Workshop mit zwei Coaches, sagt Halbauer. Er ist optimistisch: "Wir haben in Eichenau einen FDP-Bürgermeister, warum soll es demnächst nicht auch einen von den Grünen geben?"

Er schaut dabei zum Tisch der Gröbenzeller Grünen, wo es der noch wenig bekannte Ingo Priebsch für die Partei ins Rathaus schaffen will. Geschafft werden soll das auch mit einem Haustürwahlkampf. Hans Sautmann aus Eichenau will dafür den grünen Münchner "Haustürwahlkampfpapst" Georg Nitzsche für einen Workshop engagieren. Zehn Grüne im Saal bekunden ihr Interesse. "Mit uns in die Zukunft" lautet die letzte Folie in Halbauers Vortrag.

© SZ vom 30.09.2019
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