Kommunalwahl 2026OB-Wahl in Fürstenfeldbruck: Drei gegen Götz

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Martin Urban (Mitte), möchte das Fürstenfeldbrucker Rathaus für die CSU zurückerobern. Bei seiner Kür zeigt er sich mit Landrat Thomas Karmasin und der CSU-Ortsvorsitzenden Heike Fabian.
Martin Urban (Mitte), möchte das Fürstenfeldbrucker Rathaus für die CSU zurückerobern. Bei seiner Kür zeigt er sich mit Landrat Thomas Karmasin und der CSU-Ortsvorsitzenden Heike Fabian. (Foto: CSU Fürstenfeldbruck)

Der erst 2023 gewählte Amtsinhaber Christian Götz gliedert sich im kommenden Jahr freiwillig wieder in den Wahlturnus ein. Drei Männer wollen verhindern, dass er wiedergewählt wird.

Von Heike A. Batzer und Ingrid Hügenell, Fürstenfeldbruck

Drei Männer wollen bei der Kommunalwahl im kommenden Frühjahr versuchen, den Fürstenfeldbrucker Oberbürgermeister Christian Götz (Brucker Bürgervereinigung, BBV) wieder aus dem Amt zu vertreiben und abzulösen. Es sind in Jan Halbauer (Grüne) und Markus Droth (Freie Wähler) zwei langjährige Stadträte, einzig CSU-Kandidat Martin Urban ist neu auf dem Polit-Parkett.

Martin Urban, der Quereinsteiger

Mit 98 Prozent der Stimmen nominierte der Fürstenfeldbrucker CSU-Ortsverband Martin Urban jetzt als seinen Oberbürgermeisterkandidaten. „Ich kandidiere nicht, um ein Zeichen zu setzen – ich kandidiere, um zu gewinnen“, sagte Urban, Unternehmer, Coach und ehemaliger Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats, in seiner Rede. Er wolle Fürstenfeldbruck neu denken – lösungsorientiert und ohne ideologische Scheuklappen. Urban kritisierte die aktuelle politische Zersplitterung, ideologische Blockaden und Verwaltungsstrukturen in Fürstenfeldbruck.

Der Betriebswirt, 1967 in München geboren, spricht sich für eine neue politische Kultur aus, die auf Ehrlichkeit, Pragmatismus und lösungsorientiertes Handeln setze. Er fordert mehr Transparenz, Bürgernähe und eine Verwaltung, die als Dienstleister für die Menschen agieren solle. Er setze dabei auf Teamgeist und Zusammenhalt: „Ich kann Brücken bauen, aber über diese Brücken müssen wir gemeinsam gehen.“

Jan Halbauer, der einstige Landratskandidat

Bewerber mit neuem Fokus: Jan Halbauer bei der Podiumsdiskussion der SZ als Landratskandidat im Jahr 2020.
Bewerber mit neuem Fokus: Jan Halbauer bei der Podiumsdiskussion der SZ als Landratskandidat im Jahr 2020. (Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Grünen hatten sich an der OB-Wahl zuletzt im Jahr 2017 mit dem damaligen Gröbenzeller Landtagsabgeordneten Martin Runge versucht, der allerdings gegen CSU-Mann Erich Raff als späteren OB den Kürzeren zog. Bei der Wahl vor dreieinhalb Jahren hatten sie keinen eigenen Bewerber aufgestellt. Jan Halbauer, der am 27. November nominiert werden soll, war 2020 Landratskandidat seiner Partei und wollte 2023 eigentlich Nachfolgekandidat des Landtagsabgeordneten Runge werden. Jedoch verweigerte ihm die Partei die Gefolgschaft und zog Andreas Birzele vor, der den Einzug in den Landtag dann auch schaffte.

Der 41-jährige Politikwissenschaftler Halbauer möchte sich für die Stärkung von Wirtschaft und Handwerk einsetzen: „Wir brauchen eine aktive Gewerbe- und Industriepolitik. Dazu gehören eine planbare, stabile Gewerbesteuer, eine gezielte Gewerbeflächenentwicklung und eine Verwaltung, die Partner der Betriebe ist“, sagt er. Eine Industrieansiedlung im Rothschwaiger Forst wie die geplante Bodenwaschanlage eines Kiesunternehmens lehnt er indes ab: „Der Rothschwaiger Forst ist unsere grüne Lunge.“ Den Wohnungsbau möchte er auch mit einem Einheimischenmodell voranbringen. Die Stadt brauche jemanden an der Spitze, „der deutlich mehr steuert“, fordert Halbauer. In Fürstenfeldbruck werde viel geplant, aber zu wenig davon umgesetzt.

Markus Droth, der ehemalige OB-Kandidat

Bewerber mit Erfahrung: Markus Droth trat schon bei der Wahl 2020 als Oberbürgermeisterkandidat der Freien Wähler an.
Bewerber mit Erfahrung: Markus Droth trat schon bei der Wahl 2020 als Oberbürgermeisterkandidat der Freien Wähler an. (Foto: Leonhard Simon)

Zumindest in Teilen ähnlich klingt auch die Argumentation seines Konkurrenten Markus Droth (Freie Wähler), der seit 1990 im Stadtrat sitzt. Der sagt es so: „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.“ Zu vieles werde „tot diskutiert“. Droth, der am 13. Oktober nominiert werden soll, fordert eine bürgernahe Politik und setzt ebenfalls das Thema Wohnungsbau an vorderste Stelle. Zuletzt unterstützte er mit seiner Gruppierung eine neue Bürgerinitiative, die die Verlegung der Bundesstraße 2 aus der Stadt auf eine Alternativumfahrung verhindern möchte. Der 59-Jährige kandidierte bereits 2023 für das Amt des OBs und erhielt 13,4 Prozent der Stimmen. 2014 – damals war er noch in der CSU – unterlag er in der parteiinternen Ausscheidung dem späteren Kandidaten Andreas Lohde.

Amtsinhaber Christian Götz wird erneut für das Spitzenamt im Rathaus kandidieren. Götz ist erst seit Mai 2023 im Amt, hatte aber versprochen, die Termine der Wahl zum Stadtrat und zum Oberbürgermeister wieder zu synchronisieren. In Fürstenfeldbruck wurde zeitversetzt gewählt, weil der 2015 gewählte frühere Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) sein Amt 2023 krankheitsbedingt vorzeitig niedergelegt hatte.

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