GesundheitNotruf mit dem Smartphone

Die richtige Wiederbelegung wird am Tag der offenen Tür bei der Puchheimer Feuerwehr an einer Puppe geübt.
Die richtige Wiederbelegung wird am Tag der offenen Tür bei der Puchheimer Feuerwehr an einer Puppe geübt. Stefan Salger

Der Landkreis Fürstenfeldbruck wirbt für ein App-basiertes System. Erleiden Menschen einen Herzstillstand, sollen Ersthelfer, die sich in der Nähe befinden, alarmiert werden.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Im Falle eines Herzstillstands beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Schon wenige Minuten ohne Sauerstoff führen mit großer Wahrscheinlichkeit zu bleibenden Schäden. Großes Glück haben Betroffene, wenn ausgebildete Ersthelfer in der Nähe sind. Doch auch dann bleibt das Problem: Wie können diese alarmiert werden und zum Einsatzort finden? Genau da setzt das auf den überregionalen, bundesweiten Betrieb ausgelegte, App-basierte System der Initiative „Region der Lebensretter“ an, das der Landkreis Fürstenfeldbruck nun unterstützt.

Es soll die Überlebenschancen und die Aussicht auf eine möglichst umfassende Genesung nach einem Herzstillstand verbessern. Der Herz-Kreislaufstillstand stellt mit gut 50 000 Fällen pro Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlender Puls treten plötzlich auf und enden in neun von zehn Fällen tödlich.

„Niemand ist näher als du“: Alexandra Zimmermann (ILS, kümmert sich um die Administration der App), Michael Daunderer, Landrat Thomas Karmasin und Daniel Wachter (von links) bei der Vorstellung der Kampagne.
„Niemand ist näher als du“: Alexandra Zimmermann (ILS, kümmert sich um die Administration der App), Michael Daunderer, Landrat Thomas Karmasin und Daniel Wachter (von links) bei der Vorstellung der Kampagne. Landratsamt Fürstenfeldbruck
An vielen öffentlich zugänglichen Orten stehen für Notfälle mittlerweile Defibrillatoren bereit, wie hier im Empfangsbüro des Dachauer Rathauses.
An vielen öffentlich zugänglichen Orten stehen für Notfälle mittlerweile Defibrillatoren bereit, wie hier im Empfangsbüro des Dachauer Rathauses. Toni Heigl

Je mehr Ersthelferinnen und Ersthelfer sich registrieren lassen und je mehr Bürgerinnen und Bürger die App auf ihrem Mobiltelefon installieren, desto engmaschiger wird das Netz, das Notfälle abfedern kann. Es gehe darum, „Leben zu retten, bis der Notarzt kommt“, erläutert Landrat Thomas Karmasin (CSU).

Als Lebensretter registrieren können sich volljährige Personen mit medizinischer Qualifikation – etwa aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflege oder Ärzteschaft. Die Anmeldung erfolgt über die App der „Region der Lebensretter“. Dem Hochladen der geforderten Nachweise sowie der Bestätigung von Datenschutz- und Schweigepflichtserklärungen folgen die Prüfung der Dokumente sowie die Freischaltung. Im Landkreis Fürstenfeldbruck sichten Feuerwehrarzt Daniel Wachter und der Ärztliche Leiter des Rettungsdiensts, Michael Daunderer, als verantwortliche Administratoren die eingereichten Qualifikationsnachweise.

Weitere Informationen zur App und zur Registrierung unter www.regionderlebensretter.de.

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