bedeckt München

Neue Bürgermeister (5):Familientradition

Will auf Beratung setzen: Rainer Spicker

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Rainer Spicker folgt als Bürgermeister seinem Schwiegervater

Von Marija Barišić, Althegnenberg

Endlich offiziell für die Gemeinde da sein, Dinge bewegen: Das ist es, worauf Rainer Spicker, der neue Bürgermeister, sich am allermeisten freut. Am 1. Mai trat der 50-Jährige in die Fußstapfen seines Vorgängers und Schwiegervaters Paul Dosch, der sich nach 30 Jahren aus der Lokalpolitik zurückzieht, und den Spicker, wie er sagt, vor allem für seine "Zielstrebigkeit" bewundert. Ob es auch etwas gebe, das er künftig anders machen wolle, als er? "Mein Schwiegervater hat in seiner Funktion als Geschäftsführer sehr viel alleine entschieden. Ich gehöre zu einer jüngeren Generation und setze viel Wert auf das Instrument der Beratung, bevor ich eine Entscheidung treffe."

Als er der "Wählergruppe Bürgerinitiative" beitritt, ist Spicker 32 Jahre alt, es ist das Jahr 2002, der damalige Bürgermeister Helmut Hilscher hat gerade sein Amt niedergelegt, ein Generationenwechsel zeichnet sich ab. Spicker, der, wie er sagt, "immer schon in der Gemeinde aktiv" war, möchte Teil dieses Wechsels sein. Die Bürgerinitiative und ihre "Großparteiunabhängigkeit" scheint dafür genau richtig zu sein: "Die Leute in der Bürgerinitiative waren und sind heute noch alle tatsächlich im Gemeindeleben zu sehen und zwar täglich - als Vereinsvorstände, in der Kirchenverwaltung. Sie tauchen nicht Wochen und Monate vor der Wahl auf und sagen, wie sehr ihnen die Gemeinde am Herzen liegt, sondern beweisen es tagtäglich aufs Neue."

Spicker möchte es ihnen gleichtun. Er ist der erste Bürgermeister in der Geschichte Althegnenbergs, der das nicht mehr im Ehren-, sondern im Hauptamt tun wird und dafür seinen bisherigen Job als Abteilungsleiter für die Software Entwicklung der Firma Kuka Robotics aufgeben muss. Das tue ihm zwar weh, aber das Bürgermeisteramt sei es, das er nun wirklich ausüben, und zwar gut ausüben wolle, betont er. Was dabei die größte Herausforderung sein wird? "Neben dem Thema Corona, das uns gerade alle lähmt, wird das vor allem das Thema Kläranlage sein." Immer noch ist unklar, ob diese gänzlich saniert oder an eine andere in Augsburg angeschlossen werden soll. Daneben will Spicker sich in seiner Amtsperiode vor allem um die anderen beiden Sorgenkinder der Gemeinde kümmern - die Feuerwehrhäuser in Althegnenberg und Hörbach - und um die Bebauung der Ortsmitte. Schließlich seien sechs Jahre "schnell rum, und wenn man sich nicht bemüht, steht man da und hat nicht viel gemacht". Das will Spicker verhindern.

© SZ vom 02.05.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema