TheaterpremiereVon der Anerkennung des Schwachen

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Beim Tanz auf dem Blocksberg geht für die kleine Hexe bekanntlich das Ringen um die Aufnahme in die Gemeinschaft los.
Beim Tanz auf dem Blocksberg geht für die kleine Hexe bekanntlich das Ringen um die Aufnahme in die Gemeinschaft los. Neue Bühne Bruck

Die Neue Bühne Bruck inszeniert mit dem Kinderbuch-Klassiker "Die kleine Hexe" eine Parabel auf die heutige Gesellschaft.

Von Leonard Rosch, Fürstenfeldbruck

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Auch als Hexe hat man es nicht immer leicht im Leben. Trotz Zauberkräfte, einem fliegenden Besen als Gefährt und dem stolzen Alter von 127 Jahren wird die kleine Hexe aus einer Gruppe von älteren ausgeschlossen. Sie sei zu jung, um bei den großen erwachsenen Hexen mitmachen zu dürfen. Vor allem junge Menschen aus unserer Gesellschaft kennen ein solches Los. Auf Pausenhöfen findet man genau das zuhauf, wenn es darum geht, wer mit wem spielen darf.

Daher ist das Stück "Die kleine Hexe" von Ottfried Preußler aus dem Jahre 1957 immer noch brandaktuell, wenn es um die Beziehung von Jung und Alt geht und der Versuch der kleinen Person, auf Augenhöhe mit den Großen zu sein. Die Neue Bühne Bruck zeigt das ursprünglich als Kinderbuch verfasste Stück in zehn Vorstellungen, Premiere ist am Samstag, 25. November. Theaterleiter Alexander Schmiedel hat für die Inszenierung des berühmten Stoffes die Regisseurin Barbara Lackermeier engagiert. Die jeweiligen Rollen übernehmen Luisa Bogenberger, Timon Bogenberger, Kerstin Henning, Gerhard Jilka, Heike Maltan, Tanja Osman, Lisa Pauli und David Wenzl.

Ottfried Preußlers "Die kleine Hexe" erzählt von Freundschaft, der Kraft der Jugend und der Überlegenheit des Guten über das Böse. Eigentlich eine klassische "Coming-of-Age"-Geschichte. Alles beginnt in der Walpurgisnacht. Auf dem Blocksberg wird heftig gefeiert. Alle Hexen aus der Region werden zusammengetrommelt, um gemeinsam durch die Nacht zu tanzen. Nur die kleine Hexe darf nicht kommen. Sie ist zu jung.

Eine Welt voller Magie

Nachdem sie sich heimlich einschleicht und auffliegt, bekommt die kleine Hexe eine Chance. Wenn sie der Oberhexe im Laufe eines Jahres beweist, dass sie eine gute Hexe ist, darf sie beim nächsten Mal mittanzen. Die kleine Hexe setzt daraufhin alles daran, dies zu schaffen. Wird es funktionieren? Ist es möglich, als Jugendliche im Kreis der Erwachsenen mitzumischen? Das Ensemble der Neuen Bühne Bruck, unter Regie von Barbara Lackermeier, nimmt die Zuschauer mit auf diese hindernisreiche Reise der jungen Hexe durch eine Welt voller Magie und Zauber.

Regisseurin Barbara Lackermeier, die neben ihrer Regietätigkeit selbst auf der Bühne steht und auch als Kulturmanagerin arbeitet, erzählt: "Die Professionalität an der Neuen Bühne Bruck und das Mitwirken meines Mannes und Sohnes haben mich dazu bewegt, nach längerer Zeit mal wieder hier in Fürstenfeldbruck was zu machen." Lackermeier hatte 2013 mit den "Vagina-Monologen" erstmals Regie dort geführt. Nach einigen Projekten sei dann aber erst mal "die Luft raus gewesen".

Umso mehr freut sich die 52-Jährige, an die Neue Bühne Bruck zurückzukehren: "Ich habe mit der Bühne früher sehr gerne zusammengearbeitet und freue mich eine entstaubte Version dieses Klassikers aufführen zu können". Ob sie sich an früheren Inszenierungen von "der kleinen Hexe" orientiert habe? "Nein, ich habe eigene Bilder entworfen und ein wenig mehr Feminismus in den Stoff gebracht." Inwiefern? "Die Szene mit dem Motiv Hexen auf dem Scheiterhaufen habe ich umformuliert und auch einige freche Anspielungen für Erwachsene integriert."

Die Regisseurin beschreibt ihre Inszenierung wie folgt: "Das reale Leben bilden wir in schwarz-weiß ab, die Hexen sind in bunt gehalten, die kleine Hexe ist farblich dazwischen. Das soll die Unterschiede zeigen." Besonders spannend findet Lackermeier es, dass Preußlers Kinderbuch für alle Altersgruppen funktioniere und junge wie auch ältere Zuschauer etwas mitnehmen könnten.

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Herausfordernd ist laut der Regisseurin durchaus die Komponente Technik. "Wenn auf der Bühne gezaubert wird, kommt die Technik ins Spiel. Das ist natürlich aufregend und es kann auch schiefgehen. Doch genau das macht ja auch den Reiz aus." Für ihr Ensemble wünscht sich Lackermeier, dass alles glatt läuft und ihre Schauspielerinnen und Schauspieler Freude beim Spielen verspüren. "Wir durchmischen die Rollen. Das heißt, es findet ein Geschlechtertausch statt. Nicht alle Darsteller sind während des Stücks an ein Geschlecht gebunden. Das ist super, finde ich", teilt die Regisseurin mit. Für das Publikum wünscht sich Lackermeier: "Eine Menge Spaß und eine tolle Heldenreise für die Weihnachtszeit."

"Die kleine Hexe", Neue Bühne Bruck, Premiere am Samstag, 25. November, 15 Uhr. Karten unter www.buehne-bruck.de/tickets. Weitere Vorstellungen bis zum 4. Februar immer am Wochenende.

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