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Neubauplanung:Initiative will radikale Reduzierung

Freies Feld: Die Anwohner der Kreuzlinger Straße (im Hintergrund) schauen noch auf eine Ackerfläche.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

"Lebenswertes Germering" fordert 40 Prozent weniger Wohnraum im Kreuzlinger Feld

Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Germering" ist mit der Reduzierung der geplanten Wohnungen auf dem Kreuzlinger Feld nicht zufrieden. Die Stadträte hatten in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die Planungen um etwa sechs Prozent gekürzt, indem sie beschlossen, bei den Häusern auf ein fünftes Geschoss zu verzichten. Ein Antrag der Grünen, zwanzig Prozent weniger Wohnungen zu errichten als im Entwurf vorgesehen, fand keine Mehrheit. Aber selbst eine solche Kürzung hätte die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) nicht zufrieden gestellt. Sie möchten eine Reduzierung um 40 Prozent erreichen. Das wurde bei einem Pressegespräch mit vier Vertretern der Initiative deutlich, für die Thomas Langnickel, Stefan Geyer, Sabine Rott und Achim Busch sprachen. In Unterpfaffenhofen falle die übliche Bebauung so aus, dass die Geschossfläche eines Hauses etwa 60 Prozent der Fläche des Grundstücks betrage, sagten die BI-Vertreter. Für das Kreuzlinger Feld seien hingegen 100 Prozent vorgesehen.

Das ist den vier Vertretern nicht nur zu großstädtisch, sie befürchten überdies, dass eine solche Bebauung zu einem Mehr an Straßenverkehr führt, das nicht zu bewältigen ist. Schon jetzt gebe es auf den Straßen rund ums nahe gelegene Schulzentrum morgens und mittags nur Stau, sagten sie. Eine nochmalige Steigerung auf maximal mehr als 6000 Fahrten, wie sie vom Verkehrsgutachten aus dem November 2018 prognostiziert werden, würde den Verkehr vollends zum Erliegen bringen. Auch was den Verkehrslärm angeht, ist eine Bebauung des Kreuzlinger Feldes, wie vorgestellt, laut Geyer viel zu viel. Denn schon jetzt seien die Grenzen der Lärmbelastung für die Anwohner erreicht.

Auch an den Plänen von Thomas Vilgertshofer lassen die BI-Vertreter kein gutes Haar. Diese seien ein Rückschritt zu dem, was zuvor vorgelegt worden ist. Besonders stört die Anwohner die dichte Bebauung sowie die fehlende Durchlässigkeit. Die geschlossenen Häuserriegel ließen keine Durchlüftung der Stadt aus Richtung Westen zu, obwohl von daher die meiste Luftbewegung komme, sagte Rott. Im Stadtgebiet nehme die Wärme dann zu, folgerte sie. Auf Ablehnung stoßen auch die von Vilgertshofer entlang der Alfons-Baumann-Straße vorgeschlagenen Senkrechtparkplätze. Zu gefährlich wegen der vielen Schulkinder in diesem Bereich, hieß es.

Kritik übten Langnickel, Geyer, Rott und Busch auch an den Zahlen, die die Stadt im Zusammenhang mit der Bebauung und ihrem Wachstum nennt. So beziffere das Verkehrsgutachten die Einwohnerzahl Germerings im Jahr 2035 auf 43 800. Die Demografiestudie nimmt bereits für 2032 eine Mindesteinwohnerzahl von 45 100 an, die bedingt durch großen Wohnungsbau auch bei knapp 47 800 liegen könnte. Bei der Aufzählung möglicher großer Baumaßnahmen seien zudem einige Baugebiete vergessen worden, monierte Langnickel.