SZ-Serie: Cafés im Landkreis Fürstenfeldbruck:Wo der Fernseh-Konditor seine Torten bäckt

Lesezeit: 3 min

Eine kleine Auszeit nehmen können Gäste sich im Olchinger Café Neßbach und Schwalber. (Foto: Johannes Simon)

Wenn Himbeer-Prosecco-Törtchen auf Windbeutel mit Räucherlachs treffen: Das Olchinger Café Neßbach und Schwalber hat sich am zentralen Nöscherplatz niedergelassen.

Von Ariane Lindenbach, Olching

Ein Besuch im Café Neßbach und Schwalber in Olching fühlt sich ein bisschen an wie ein Kurzurlaub. Der vor gut einem Jahr eröffnete Gastronomiebetrieb am Nöscherplatz neben der katholischen Kirche ist innen so gestaltet, dass man den Eindruck hat, mitten im Grünen zu sitzen. Dazu mögen die gedeckten Braun- und Grüntöne beitragen, in denen der Gastraum gehalten ist. Und die überdimensionierten stilisierten Blumen, die als Kontrast in hellem Beige aus der hinteren Wand zu wachsen scheinen; das mit Grünpflanzen bestückte Hängeregal, das als dezente Trennwand fungiert; die Raumhöhe und die großen arkadenartigen Fenster.

"Wir sind Luxus, uns braucht keiner", erläutert Josef Schwalber etwas provokant die Firmenphilosophie. Der 54-Jährige entstammt einer Bäckerfamilie und ist gelernter Konditor. 1995 tut er sich mit Andreas Neßbach zusammen. Aus der Confiserie Neßbach, die ausschließlich feinste Pralinen produziert, wird die Confiserie Neßbach und Schwalber. Das erste Ladengeschäft eröffnen die beiden im Marienhof in Olching, drei Jahre später wird es zu einem bistroartigen Stehcafé erweitert, das Angebot ergänzt um "hochwertige Konditoreiwaren, die sich vom Alltäglichen abheben", wie auf der Homepage zu lesen ist. 2005 eröffnen die Konditoren ihr erstes richtiges Café im Einkaufszentrum am Fürstenfeldbrucker Bahnhof Buchenau, vor einem Jahr kommt das Café in Olching dazu; die Geschäftsräume am Marienhof gibt es nicht mehr. Konditormeister Neßbach ist inzwischen im Ruhestand, arbeitet aber gelegentlich noch voller Freude mit im Betrieb, der weiterhin seinen Namen führen darf.

Pralinen und Törtchen gehören zum Angebot im Café am Nöscherplatz. (Foto: Johannes Simon)

Auch als alleiniger Chef bleibt Josef Schwalber der Firmenphilosophie treu: den Kundinnen und Kunden Produkte von höchster Qualität anzubieten. Deshalb wird in der Backstube in der Olchinger Johann-G.-Gutenberg-Straße an jedem Wochentag gearbeitet, "weil ich dem Kunden frische Ware bieten möchte." Damit alles reibungslos funktioniert - auch der Verkauf und Service in den Cafés -, ist viel Personal notwendig. Insgesamt beschäftigt Schwalber etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sieben davon sind Auszubildende. Die Zutaten müssen den Ansprüchen ebenfalls genügen. Schwalber, der seine Backkunst seit 2009 einmal im Monat im Bayerischen Fernsehen in der Sendung "Wir in Bayern" präsentiert, verarbeitet Eier aus dem Maisacher Ortsteil Kuchenried von der Familie Heitmeir und Kuvertüre von der Schweizer Manufaktur Felchlin.

Fernseh-Konditor Josef Schwalber in seinem Olchinger Café. (Foto: Johannes Simon)

Da der Konditor seinen Gästen auch einige herzhafte Gerichte anbieten möchte, arbeitet in Olching zudem ein Koch. "Mit Glück", so Schwalber, habe er Tim Wagener gefunden. Der junge Mann wohnt in Olching und hat wohl eine ähnliche Denke wie sein Chef. Mit ihm könne er immer wieder sehr kreative und unkonventionelle neue Kreationen entwickeln, erzählt er. Der Leitgedanke dabei ist Schwalber zufolge "Koch trifft Konditor"- also Produkte aus der Backstube in der Küche weiterzuverarbeiten.

Ein Ergebnis ist das Frühstück "Gebeutelt", das einen klassischen Windbeutel mit deftigen Zutaten wie Räucherlachs und pochierten Eiern kombiniert. Kunstvoll geschichtet zwischen dem Windbeutel schmiegt sich kross gebratener Bacon an den Fisch, Avocado-Scheiben, ein paar Blätter junger Spinat, zwei Eier Benedikt und etwas Sauce hollandaise komplettieren die wohlschmeckende Komposition, die mit dem mit Kreuzkümmel garnierten Windbeutel-Deckel vollendet wird. Mit 17,90 Euro ist das Frühstück nicht ganz billig, aber äußerst delikat; dazu gibt es einen Brotkorb, Butter und ein Gläschen hausgemachten Fruchtaufstrich. Die Speisekarte bietet auch weniger üppige Frühstücksvariationen wie zum Beispiel "Heidi", das neben Bircher Müsli nach Schweizer Originalrezept Rösti mit Spiegelei und Bacon, Käse, Honig, Fruchtaufstrich und einen Brotkorb beinhaltet.

Ausgefallen, aber wohlschmeckend: Windbeutel mit Räucherlachs, Bacon, Avocado und Eiern. (Foto: Johannes Simon)

Frühstücken kann man dort von Montag bis Samstag zwischen neun und 12.30 Uhr sowie sonntags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Von zwölf bis 14 Uhr gibt es wechselnde Mittagsgerichte. Die Pasta wird selbst hergestellt. Ebenso das Eis, mit dem Schwalber in seinem Café am Nöscherplatz das Sortiment erweitert hat. Derzeit denkt er über Tomateneis nach - gemäß dem Leitgedanken "Koch trifft Konditor". "Das ist ja das Schöne an unseren Job, dass wir sehr kreativ sein können", sagt er und lacht.

Eine Tasse Cappuccino kostet 3,90 Euro, ein Croissant 3,70 Euro. Die Preise für Gebäck, Kuchen und Torten liegen zwischen 4,10 und 6,60 Euro. Geöffnet hat das Café am Nöscherplatz 3 in Olchin g montags sowie mittwochs bis samstags von 9 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9.30 Uhr bis 18 Uhr; dienstags ist Ruhetag. Reservierungen unter Telefon 08142/400476 oder per E-Mail an info@nessbach-schwalber.de

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Landkreis Fürstenfeldbruck
:15 Frühstückscafés, die einen Besuch wert sind

Korean Egg Drop, herzhafte Pancakes oder drei halbe Torten zum Durchprobieren - Tipps für Frühstück und Brunch von Fürstenfeldbruck bis Puchheim, Germering bis Gröbenzell.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: