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Naturschutz:Wieder mehr seltene Arten

Landesbund für Vogelschutz meldet Erfolge seiner Arbeit

Von Ingrid Hügenell, Fürstenfeldbruck

Der Landesbund für Vogelschutz setzt vor allem auf die Erhaltung von Lebensräumen und kauft dazu Flächen in wertvollen Biotopen. In den Jahren 2019 und 2020 konnte der LBV insgesamt sechs Grundstücke erwerben, vier im Fußbergmoos, zwei in Türkenfeld und zwei im Naturschutzgebiet Amperauen. Das berichtete Rita Verma, die scheidende Vorsitzende der Kreisgruppe, kürzlich bei der Jahreshauptversammlung.

Im Fußbergmoos besitzt der LBV schon einige Flächen und hat weitere gepachtet. Gut 15 Hektar werden dort gepflegt, mithilfe von Heckrindern, einer ursprünglichen Zuchtform, und vieler Ehrenamtlicher. Die Herde der Heckrinder im Fußbergmoos wurde verkleinert. "Zu viele Rinder machen das Biotop kaputt", erklärte Simon Weigl, Leiter der LBV-Geschäftsstelle. Vier Jungstiere seien deshalb an einen Biohof abgegeben, weitere kastriert worden. Die verbliebene Herde besteht nun nur noch aus vier Kühen und zwei Ochsen. Für den Ankauf von Flächen im Palsweiser- und im Fußbergmoos kooperiert der LBV mit dem Dachauer Bund Naturschutz. Das Projekt war erfolgreich und soll verlängert werden.

Wegen der Corona-Pandemie sind auch beim LBV viele Veranstaltungen und die Sammelwoche ausgefallen, bei der Spenden gesammelt werden. Dennoch kam Geld herein. Eine Mailing-Aktion erbrachte 30 000 Euro für den Flächenkauf, Porto und Druckkosten seien da schon abgezogen, sagte Schatzmeisterin Julia Frenzel. Der bei der Online-Versammlung anwesende LBV-Landesvorsitzende Norbert Schäffer hatte zuvor die Bedeutung der Naturschutzarbeit betont: "Klimawandel und Artenvielfaltsverlust gehen trotz Corona ungebrochen weiter. Die Leute wollen mehr Natur, wollen mehr Artenschutz."

Für die Landschaftspflege erhält der LBV auch Zuschüsse, deren Höhe mit dem Erfolg steigt. In den von den Vogelschützern gepflegten Biotopen finden sich wieder mehr Arten, die auf der Roten Liste 1 oder 2 stehen. Das ist für den LBV nicht nur aus Sicht des Artenschutzes erfreulich, sondern auch finanziell: Die Zuschüsse steigen dadurch von 70 auf 90 Prozent.

In der Kreisgruppe gab es in den Jahren 2010 und 2020 zahlreiche Veränderungen. Die langjährige, prägende Geschäftsstellenleiterin Uschi Anlauf wechselte zum LBV Starnberg, Simon Weigl ist ihr Nachfolger. Die Geschäftsstelle musste innerhalb von Puchheim umziehen, der Mietvertrag für den ursprünglichen Standort war gekündigt worden. Aufgegeben hat der LBV seinen Laden. Denn das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen habe nicht mehr gestimmt, sagte Rita Verma, und es hätten sich nicht genug Ehrenamtliche für den Laden gefunden. Verma selbst wurde im November von der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck als "Mensch der Tat" ausgezeichnet. Dem neu gewählten Steuerungsteam gehört sie nicht mehr an, sie brauche eine Pause, sagte sie.

© SZ vom 17.03.2021
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