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Nachruf:Trauer um Albert Tibudd

Albert Tibudd kämpfte als in Fachkreisen anerkannter Autodidakt unermüdlich für den Einsatz der Photovoltaik.

(Foto: privat/oh)

Albert Tibudd, Umweltschützer und Photovoltaik-Visionär, ist tot. Der Kottgeiseringer starb am 8. April völlig überraschend mit 70 Jahren. Sein Tod war umso unerwarteter, als Tibudd sehr aktiv und nicht krank war. "Er war ein sehr junger 70-Jähriger", sagt sein Sohn Michael. "Der Albert war immer lustig. Er hat viel vorgehabt und geplant", berichtet Karolina Huß, die als Kassierin mit ihm im Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins zusammengearbeitet hat. Die Sitzungen unter dem langjährigen Vorsitzenden seien "immer heiter und fröhlich" gewesen, erzählt Huß, er organisierte Pflanzenbörsen mit Festcharakter. Hauptsächlich aber setzte er sich als Autodidakt für die erneuerbaren Energien ein. Nachdem er die Landwirtschaft aufgegeben hatte, machte er eine Ausbildung zum Elektriker. Beides habe er in der "intensiven Lobbyarbeit" für die Photovoltaik verbunden, sagt Michael Tibudd, auch in der Bürgerinitiative "Klimaaktiv vor Ort". Sein Ziel: den Klimawandel stoppen. Seinem Einsatz sei zu verdanken, dass auf einer Wiese an der Bahn die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage in Kottgeisering entstand, berichtet Bürgermeister Andreas Folger. Zum inhaltlichen Vermächtnis ist nun ein Artikel über Tibudd im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt geworden, der Ende März unter dem Titel "Strom von Dach und Feld" erschien - eine fachliche Würdigung seiner Arbeit.

Albert Tibudd hinterlässt seine Frau, zwei erwachsene Kinder und vier Enkel. Die Trauerfeier findet am Freitag, 23. April, 13 Uhr, in der Pfarrkirche Kottgeisering statt - an seinem 71. Geburtstag. Die Urnenbeisetzung schließt sich an.

© SZ vom 20.04.2021 / ihr
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