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Nach vorzeitigem Ende:Neuer Wirt in der Alten Schule

Alte Schule Gröbenzell

Das Wirtshaus Alte Schule liegt in Gröbenzell in der Nähe des Rathauses. Zwischen Wirt und Gemeindepolitikern gab es Unstimmigkeiten.

(Foto: Matthias Döring)

Der bisherige Pächter verlässt die Gaststätte schon am Montag. Gröbenzeller Gemeinderäte und Bürgermeister hoffen, dass der Nachfolger eine bayerisch-deutsche Küche garantiert

Von Karl-Wilhelm Götte, Gröbenzell

Thomas Letsch, Pächter des Wirtshauses in der Alten Schule, verlässt am Montag die Gaststätte. Den Vertrag mit der Paulaner Brauerei hat er gekündigt. Der Wirt begründete seine vorzeitige Kündigung mit unüberbrückbaren Differenzen zwischen ihm und der Gemeinde sowie mit negativen Auswirkungen der benachbarten Rathausbaustelle. Die habe zu Geschäftseinbußen geführt. Die SPD-Fraktion hatte beantragt, die Pachtangelegenheit und das weitere Vorgehen im Gemeinderat zu besprechen. Einigkeit bestand darin, dass die Brauerei zügig einen Nachfolger bestellen möge. In der Diskussion gab es auch Kritik am Wirt und seiner Führung des Wirtshauses. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) wehrte sich gegen persönliche Vorwürfe des Gastwirtes.

Letsch, der die Alte Schule acht Jahre lang bewirtet hat, hatte behauptet, Schäfer habe sein eigenes Wasser mit in einen Gastraum gebracht. Schäfer wies den Vorwurf zurück: "Ich mache so etwas nicht!" Als ehemaliger Gastronom wisse er, dass das für einen Wirt schlecht sei. "Mein Bürgermeistergehalt reicht aus, dass ich mir ein Wasser kaufen kann", sagte Schäfer der SZ. Auch die Kritik des Wirtes, aufgrund der Rathausbaustelle fehlten Parkplätze für seine Gastwirtschaft, ließ Schäfer nicht gelten. Die Gemeinde habe während der Bauphase den Rathausplatz als Parkplatz freigegeben. "Das sind mehr Parkplätze als früher", sagte Schäfer. Er habe erst am 28. Februar von der Pächterkündigung erfahren. "Mit mir hat vorher keiner geredet", erklärte Schäfer. Gastwirt Letsch hatte auch kritisiert, dass die Heizung schlecht funktioniere und ihm ohne Vorwarnung das Gas zum Kochen abgedreht worden sei. Durch die Rathausbaustelle und die Sperrung der Poststraße habe er Umsatz in fünfstelliger Höhe eingebüßt.

Die SPD forderte in ihren Antrag, dass "auf jeden Fall sichergestellt sein muss, dass dieses für Gröbenzell und sein Vereinsleben wichtige Gebäude weiterhin qualifiziert bewirtet wird". Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Falk forderte in der Sitzung für eine möglichst schnelle Pachtvergabe, damit der Leerstand nicht zu lange dauere. In der Diskussion äußerte sich Cordula Braun unzufrieden mit dem bisherigen Pächter, der demnächst in Forstinning im Landkreis Ebersberg eine Gaststätte betreiben wird. "Das hat gar nicht geklappt mit der Bewirtung", sagte die UWG-Gemeinderätin. Grünen-Fraktionschef Martin Runge erklärte, er habe die Hoffnung, dass "eine gescheite Bewirtung und eine gescheite Küche" in der Alten Schule zukünftig Einzug halten. "Wir sollten ein Wirt haben, der ein Wirt ist." Brigitte Böttger, CSU-Fraktionsvorsitzende, wünscht sich einen Wirt, der bayerisch-deutsche Küche gewährleiste. Der Einfluss der Gemeinde ist jedoch begrenzt. Die Auswahl obliegt der Paulaner Brauerei. "Die wählt aus und wir stimmen dann zu", erläuterte Schäfer. Diese Brauerei stehe eher für bayerische Küche. Schäfer ist überzeugt: "Da gibt es sicherlich auch ein Eigeninteresse der Brauerei, dass sie eine guten Wirt aussuchen, der ihnen gute Umsätze beschert."

© SZ vom 16.03.2019
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