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Nach Beschluss im Fürstenfeldrbucker Stadtrat:Erneut Wirbel um Raumluftfilter

Die Schule an der Philipp-Weiß-Straße in Fürstenfeldbruck wünscht sich möglichst schnell 17 Geräte.

(Foto: Günther Reger)

Mehrere Stadträte und eine Schulrektorin wünschen sich eine schnellere Installation in den Klassenzimmern

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Die Raumluftfilter, die für Schulen der Kreisstadt angeschafft werden sollen, sorgen weiter für Zündstoff. Mehrere Politiker werfen Stadtspitze und Oberbürgermeister Versäumnisse und eine zu zögerliche Vorgehensweise vor, Erich Raff (CSU) weist diese Kritik nachdrücklich zurück und beruft sich auf eine Abstimmung im Stadtrat.

Nach mehrmonatiger Hängepartie und dem Probebetrieb von Testgeräten hatte das Stadtratsgremium Ende März einen Antrag von Mirko Pötzsch (SPD) in modifizierter Form befürwortet. Im Kern sieht der die Nachrüstung von Schulen und Kitas mit Raumluftfiltern und CO₂-Ampeln vor, um damit die Infektionsgefahr zu reduzieren. Für solche Luftreiniger hatte sich auch der Fürstenfeldbrucker Gesamtelternbeirat ausgesprochen, der sich zunächst von der Stadtspitze übergangen gefühlt hatte.

Nun hat ein Brief der Stadtverwaltung bei einigen Stadträten für Unmut gesorgt. Darin wird unter Berufung auf den 23. März um eine Stellungnahme der Schulfamilien gebeten. Schulleitung, Lehrer und Eltern sollten den Bedarf für ihre Einrichtung melden. In einer ersten Tranche sollen aber zunächst lediglich Klassenzimmer von Übergangs- sowie Abschlussklassen und Lehrerzimmer ausgerüstet werden - sofern das Stromnetz leistungsfähig genug ist. Andere Zimmer sollen später je nach Bedarf und nach Prüfung der elektrischen Anlagen folgen, heißt es sinngemäß. Es wird um zügige Rückmeldung gebeten, um das Projekt ausschreiben zu können. Denn der Freistaat garantiert die Förderung solcher Raumluftfilter lediglich bis Ende April.

Die Schulfamilie der Philipp-Weiß-Schule freilich spricht sich nun ausdrücklich gegen die Aufstellung in zwei Schritten aus. "Viel zu viel Zeit ist leider schon ins Land gegangen", heißt es in einem Brief von Rektorin Isabel Martins an die Stadt. Der Wunsch: 14 Klassenzimmer, zwei Fachräume sowie Aula sollen möglichst gleichzeitig und schnell ausgestattet werden. Explizit genannt wird das Modell, das in der Schule bereits einen erfolgreichen Testlauf absolviert hat.

Ebenso wie Isabel Martins können sich die Stadträte Mirko Pötzsch, Alexa Zierl (ÖDP), Florian Weber (Die Partei), Adrian Best (Die Linke) und Christian Götz (BBV), die sich in einem gemeinsamen Brief bei Raff über die Vorgehensweise beschweren, nicht daran erinnern, dass der Stadtratsbeschluss ein Splitten in zwei Tranchen vorsieht. Andreas Lohde (CSU) hatte aber den auf Wunsch von CSU und Grünen leicht geänderten Antrag in der Tat mit der Ergänzung "zwei Tranchen" verlesen - der anschließend so beschlossen wurde. Unabhängig von einem solchen Beschluss gab Mirko Pötzsch auf Nachfrage der SZ der Schulrektorin recht: Es sei nicht sinnvoll, sich im ersten Schritt lediglich auf Übertritts- und Abschlussklassen zu beschränken. Eine Rückkehr zum Wechsel- oder Präsenzunterricht sei absehbar.

Am Dienstag bekannte sich OB Erich Raff ausdrücklich zur Anschaffung in zwei Schritten, mit der exakt der Stadtratsbeschluss umgesetzt werde. In der ersten Tranche sollen bis Ende April mindestens 30 Geräte im Wert von etwa 100 000 Euro ausgeschrieben und dann bestellt werden. Das berücksichtige die Rückmeldungen aus den Schulen. Kritik an der Vorgehensweise habe es lediglich seitens einer Schulfamilie gegeben. Eine vorsorgliche Bestellung von deutlich mehr Geräten, um damit auch dafür noch in den Genuss der bis zu 50-prozentigen Zuschüsse zu kommen, lehnt der Oberbürgermeister ab. Dafür sei die Finanzierung nicht gesichert. Zudem hofft er, dass das Förderprogramm verlängert wird.

© SZ vom 21.04.2021
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