Musik:Stadtkapelle plant Welturaufführung

GERMERING:  Konzert Jazzband ROOM TO MOVE

So war's im vorigen Herbst: Die Jazzband Room to Move beim Auftritt im Bühnenhof der Germeringer Stadthalle.

(Foto: Leonhard Simon)

Beim Bühnenhofkonzert der Stadthalle Germering wird "Lockdown-Switch" aufgeführt. Klarinettist Bernhard Götz hat das Stück eigens dafür geschrieben. Vier Ensembles unterhalten das Publikum mit Musik aus vielen Genres

Von Lucia Weigl, Germering

Nach einer langen Blasmusikpause tritt die Germeringer Stadtkapelle wieder bei den Bühnenhofkonzerten der Stadthalle Germering auf. Als Auftakt bietet sie am Donnerstag, 1. Juli, um 19 Uhr ein vielseitiges Programm an. Das gesamte Konzert sei ein bunter Mix der Genres, erklärt Vorsitzender Arno Euteneuer. Gespielt werden festliche-barocke Trompetentöne, klassische Stücke von Mozart, traditionelle Blasmusik sowie Klassiker von Glenn Miller und Frank Sinatra.

Außerdem werden ein sommerlich-lockerer Latin-Klang und eine Welturaufführung geboten. Der Klarinettist Bernhard Götz führt sein extra für das Konzert komponierte Stück "Lockdown-Switch" auf. Coronabedingt muss die Stadtkapelle mit einer kleineren Besetzung spielen. Der begrenzte Platz auf der Bühne und die Mindestabstände ließen nur acht Musiker gleichzeitig zu, berichtet Euteneuer. Deshalb hat die Kapelle sich in vier Ensembles geteilt. Abwechselnd können so das Klarinettenensemble, "Die Edelhölzer", und drei Blechensembles unterschiedliche Klänge darbieten.

Die Blechbläser treten als Blech-Oktett, Blech-Quartett und Posaunen-Quartett auf. Ein reines Ensemblekonzert ist für die Stadtkapelle, die normalerweise 60 Mitglieder zählt, eine neue Herausforderung. "Als Vorsitzender tut es mir schon sehr leid, dass nicht alle Orchestermitglieder mitspielen können", sagt Euteneuer. Dabei sei das Bedürfnis nach gemeinsamem Musizieren bei den Mitgliedern nach der langen Pause sehr hoch. Seit November fand keine reguläre Probe mehr statt. Um nicht ganz auf die wöchentlichen Proben verzichten zu müssen, wurden Onlineproben und eine Einteilung in zwei Gruppen eingeführt, die an unterschiedlichen Tagen üben konnten. Das bedeutete laut Euteneuer vor allem einen großen Organisationsaufwand. Das große Jahreskonzert im November musste die Stadtkapelle Germering schweren Herzens absagen. Dabei hätten sie für einen gemeinsamen Musikabend weniger Zuschauer und damit weniger Einnahmen in Kauf genommen, berichtet Euteneuer.

Zum Ausgleich verwirklichten die Musiker der Stadtkapelle drei digitale Musikstücke. Jedes Mitglied nahm dafür zuhause seine Stimme mit dem eigenen Instrument auf. Alle Stimmen wurden zu einem Gesamtwerk zusammengefügt und auf dem Youtube-Kanal der Germeringer Stadtkapelle veröffentlicht. Für das Bühnenhofkonzert am Donnerstag blieben aufgrund der strengen Auflagen nur vier Wochen Probenzeit. "Die Lockerungen kamen gerade rechtzeitig", sagt Euteneuer. Mit weniger Zeit hätten die Musiker kein Konzert in gewohnter Qualität bieten können. Dass trotz der geringen Vorbereitungszeit ein schönes Programm entstanden ist, macht Euteneuer besonders froh: "Ich bin schon ein bisschen stolz auf alle Beteiligten und ihr Engagement." Gerade weil das Konzert der erste Auftritt nach ihrer Coronapause ist, überwiegt bei allen die Freude, wieder gemeinsam musizieren zu dürfen. Denn Musik zu machen sei, betont Euteneuer, das schönste Hobby überhaupt. Die Erleichterung, wieder proben zu dürfen, sei bei allen Mitgliedern sehr groß gewesen und lasse sie optimistisch in die Zukunft schauen. In diesem Jahr feiert die Stadtkapelle Germering nämlich ihr 50-Jähriges Jubiläum und hat bereits viele Konzertpläne für die kommenden Monate.

Neben einem Jubiläumsjahreskonzert im November ist auch eine musikalische Kooperation mit dem Sinfonischen Blasorchester Germering und der Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Unterpfaffenhofen geplant. Nun stehe aber erst einmal das Bühnenhofkonzert an der Stadthalle Germering an. Mit dem 90-minütigen Musikabend hoffen die Musiker ihre Begeisterung für die Musik weitergeben zu können. Schließlich habe auch das Publikum lange auf Live-Musik verzichten müssen, sagt Euteneuer.

© SZ vom 25.06.2021
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