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Musik:Pädagogik mit Mozart

Olching: Open Air Infotag der Musikschule 3klang

Mit einer Freiluftaufführung stellt sich die Olchinger Musikschule an ihrem traditionellen Infotag vor.

(Foto: Leonhard Simon)

Konzertanter Infotag der Olchinger Musikschule

Von Christina Strobl, Olching

Erwachsene mit Strohhüten betreten die Kulisse, die aus traditionellen Bauernhäusern besteht. In den Händen halten sie Körbe. In diesen sind, wie sie wenig später preisgeben, Genussmittel, Mozartkugeln, Pralinen und andere Salzburger Spezialitäten. Das Publikum ist gespannt, was sie erwartet, die Kinder strahlen am Bühnenrand und warten auf ihren Einsatz. Sie wissen bereits, was kommen wird, sie wissen etwas, was noch keiner kommen sieht: die Geschichte von zwei Mozartkugeln im heutigen Salzburg.

Das erste Open-Air-Konzert der Musikschule Olching soll eine Mischung aus Information und Spaß werden: "Deshalb haben wir gleich noch den Infotag angeschlossen", erklärt die stellvertretende Schulleiterin Annette Frankowsky. So könnten Eltern und potenzielle neue Schüler gleich sehen, was sie als Jungmusiker bei 3Klang erwarten würde. Aber vor allem solle das bunte Programm ein "wunderschöner, musikalischer Genuss" für alle Anwesende sein, so Schulleiter Thomas Braun.

Eigentlich wollte die Musikschule das gesamte Stück "Motz & Arti" von Wolfgang König vorspielen: "Corona hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht", so Braun. Es hätten weder regelmäßige Proben noch regulärer Musikunterricht stattfinden können, weswegen man hätte improvisieren müssen. Die Alternative nun: Es wird eine Szene aus dem Musical vorgetragen. Geplant wurde bereits seit einem Jahr eine Aufführung mit verschiedenen Generationen. Der Musikschule hänge sehr viel an der guten Zusammenarbeit mit Jung und Alt: "Wir haben unsere jungen Schüler, unsere älteren Schüler und natürlich die Lehrer", erklärt der Schulleiter. Sie alle hätten hart und lange zusammengearbeitet, um das Stück auf die Beine zustellen. "Wir fanden es lustig, dass es unterhaltsam ist und man gleichzeitig so viel von Mozart selbst erfährt."

Das Team von 3Klang präsentiert auf Gitarre, Cello, Klavier, Harfe, Violine, Quer-, Blockflöte, Hackbrett, Schlagzeug, Akkordeon und dem tiefen Blechblasinstrument, dem Euphonium, die Anfangsszene des Musicals, inklusive Gesang und Schauspiel. Als besonderes Instrument kommt auch eine Kontrabass-Blockflöte zum Einsatz. Bereits zu Beginn wird das Publikum darüber aufgeklärt, dass die traditionellen Bauernhäusern, die überwiegend das Bühnenbild ausmachen, das Geburts- und das Elternhaus des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart seien. Das Stück, das von den Mozartkugeln "Motz" und "Arti" handelt, soll den Umstand kritisieren, dass Touristen aus aller Welt in Fülle nach Salzburg reisen, wo sie sich am Ursprung der Geschichte Mozarts befänden, sich jedoch nicht wirklich dafür interessierten. Anstatt dessen liegt das Augenmerk primär auf den Mozartkugeln, den Kostümen von damals und anderem kulinarischen Traditionsschmaus aus der österreichischen Stadt. Dieser kommt zwar aus Mozarts Geburtsstadt, hat jedoch nur wenig mit dem echten Mozart und seiner Geschichte zu tun.

"Genau das wird in dem Stück aufs Korn genommen", erklärt Braun. "Man darf das alles natürlich nicht zu ernst sehen, sondern immer mit viel Augenzwinkern." Alles in allem war das Vorspiel mit dem Infotag der 3Klang-Musikschule für Braun ein Erfolg: "Es hat uns alle riesig gefreut, dass so viele Menschen da waren und dass alles rund gelaufen ist."

© SZ vom 27.07.2020

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