FürstenfeldbruckHoffnung für MS-Patientin

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Antikörper attackieren eine Nervenzelle. So entstehen bei Multipler Sklerose die Schäden. Diese Illustration ist computergeneriert.
Antikörper attackieren eine Nervenzelle. So entstehen bei Multipler Sklerose die Schäden. Diese Illustration ist computergeneriert. (Foto: IMAGO/Science Photo Library)

Die Krankenkasse zahlt nun doch für innovative Behandlung der jungen Mutter. Gesammelte Spenden will sie zurückgeben.

Von Ingrid Hügenell, Fürstenfeldbruck

Es gibt noch gute Nachrichten: Eine junge Mutter aus Fürstenfeldbruck bekommt nun doch eine innovative Behandlung ihrer Erkrankung von der Krankenkasse bezahlt. Die 34-Jährige leidet an Multipler Sklerose und erhofft sich eine Linderung der Symptome und einen Aufschub durch eine spezielle, neuartige Therapie – die autologe Stammzellentransplantation. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bietet diese Behandlung an. Die Therapie ist in Deutschland noch relativ neu und riskant. Sie kostet 50 000 Euro.

Weil ihre Krankenkassen das zunächst nicht zahlen wollte, bat die 34-Jährige im April um Spenden, die Süddeutsche Zeitung berichtete. Fast 7800 Euro gingen auf dem Spendenkonto ein. Das Geld möchte die junge Frau nun zurückzahlen. Auf ihrer Spendenseite hat sie am Montag ein Update gepostet. Der Widerspruchsausschuss der Krankenkasse habe auf einen Arztbrief hin zu ihren Gunsten entschieden, sagt sie am Telefon. „Damit hätte niemand mehr gerechnet!“

Die Spenden will sie nun zurückgeben

„Ich bin unendlich erleichtert und glücklich!“, schreibt sie auf der Spendenseite. Die Spenderinnen und Spender sollen ihr schreiben, wie sie das Geld zurückgeben kann. Spenden, die bis Oktober nicht zurückverlangt werden, verspricht sie an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft DMSG weiterzuleiten, um damit die Erforschung der Autoimmunkrankheit zu unterstützen.

Vermutlich noch in diesem Herbst werde sie die Behandlung erhalten. Im August wird sie in Hamburg genau untersucht, um festzustellen, ob ihr Körper die Behandlung aushalten kann. Bei der autologen Stammzelltherapie werden zunächst eigene Stammzellen aus dem Blut entnommen. Dann wird mit einer Hochdosis-Chemotherapie das Immunsystem komplett heruntergefahren. Anschließend werden die Stammzellen wieder in den Körper zurückgegeben in der Hoffnung, dass sich ein gesundes Immunsystem aufbaut, das nicht den eigenen Körper angreift.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung trat die Betroffene namentlich in Erscheinung. Weil sich dies nachteilig bei der beruflichen Wiedereingliederung ausgewirkt hat, haben wir den Beitrag inzwischen anonymisiert.

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