Möglicher Neubau Unbehagen wegen Investors

In der Leitstelle in Fürstenfeldbruck gehen Notrufe ein. Dann werden die Einsätze von Rettungsdiensten und Feuerwehren dort koordiniert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Landkreis schlägt vor, den Neubau für die Integrierte Leitstelle von einem privaten Betreiber errichten zu lassen. Die Kommunalpolitiker fühlen sich überrumpelt und vertagen das Thema

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Die Integrierte Leitstelle (ILS) braucht mehr Platz. Sie ist derzeit in Fürstenfeldbruck in Räumen an der Münchner Straße 29 - gegenüber dem Landratsamts-Hauptgebäude - untergebracht. Der Landkreis würde einen möglichen Neubau für die ILS gerne von einem privaten Investor errichten zu lassen. Die Kreisräte indes sind skeptisch. Weil noch nicht genügend Informationen vorlagen, wurde das Thema in der jüngsten Kreisausschusssitzung erst einmal vertagt.

Seit 2005 ist der Landkreis Fürstenfeldbruck für die damals neu gegründete ILS zuständig und löste damit das Bayerische Rote Kreuz ab, das die Rettungsleitstelle zuvor 25 Jahre lang betrieben hatte. Neben der Disponierung der Rettungsdiensteinsätze kam für die ILS auch die Alarmierung der Feuerwehren in den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Dachau, Starnberg und Landsberg als Aufgabe hinzu. Jeder Anruf unter der Notrufnummer 112 aus den vier Kreisen landet bei den Disponenten der Brucker ILS. In Betrieb sind die Räume an der Münchner Straße seit 2007. Vor zwei Jahren kam eine Machbarkeitsstudie zu dem Schluss, dass die bestehenden Räumlichkeiten zu klein, bauliche Erweiterungen am Standort aber nicht möglich sind. Die Planer empfahlen deshalb die Suche nach einem neuen Standort. Die Kosten für Grundstück und Neubau wurden auf etwa 28 Millionen Euro veranschlagt.

Nur ein einziges Grundstück hat die Kreisverwaltung bisher als geeignet aufgetan. Sie hatte bei den Städten und Gemeinden angefragt, vor allem jenen an den S-Bahn-Linien, weil das neue Gebäude einen guten Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erhalten soll. Doch die Rückmeldungen waren spärlich, nur eine Grundstücksoption blieb übrig. Um die von der Stadt Olching bereits für den Bau einer zweiten Fachoberschule angebotene Fläche in Esting handelt es sich jedoch nicht, teilte die Kreisverwaltung auf Nachfrage der SZ mit.

Wegen der ohnehin hohen Pro-Kopf-Verschuldung (365 Euro im Vergleich zum Landesdurchschnitt von 219 Euro) und noch anstehender Investitionen im Schulbereich, die nicht ausgelagert werden können, kam der Landkreis auf die Idee, das Vorhaben als Public Private Partnership (PPP) umzusetzen. Private Investoren beteiligen sich dabei an Infrastrukturprojekten, für die eigentlich die öffentliche Hand zuständig ist. Beispiele dafür gibt es vor allem beim Autobahnbau. Auch der Landkreis hatte das Thema vor Jahren schon diskutiert, als es um die Finanzierung der vielen Schulsanierungen ging.

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