Mitten in Fürstenfeldbruck Einmal nicht zu spät

Herbstblumen sind schon aus, dabei ist der Oktober noch sommerlich warm. Kalender und Einzelhandel können einen ganz schön durcheinander bringen

Von Erich C. Setzwein

Herbstartikel? Da sind Sie acht Wochen zu spät dran", sagt die höfliche Verkäuferin in einem Brucker Bau- und Gartenmarkt. Dabei sollten es nur Zweige von der Lampionblume zum Dekorieren sein. Stattdessen stehen da nun Eisbären und Lichterketten. Draußen auf dem Parkplatz hat es um die 22 Grad - über null - und drinnen tun sie so, als würden die Englein frohlocken, weil sie schon alle Geschenke eingepackt und ausgeliefert hätten. Geht's noch?

Menschen, die diesen mal wieder goldenen Herbst genießen, werden unerbittlich daran erinnert, dass Weihnachten naht, nein: droht. Das Klingeling der Glöckchen, der zimtig-samtene Duft der Lebkuchen - alles schon da. Neulich nachts, nicht im Landkreis, sondern im Botanischen Garten bei der langen Nacht der Museen, wurde Glühwein ausgeschenkt. Bei 14 Grad plus!

Wer sich nun sicher ist, aus der Zeit gefallen zu sein, eine Jahreszeit verpasst zu haben oder auch sonst nicht gut auf die stundenstehlende Sommerzeit zu sprechen ist, sollte sich bewusst werden, dass schon lange nicht mehr der erste Schneefall bestimmt, wann es Winter wird, sondern der gut sortierte Einzelhandel, der bereits nach der Wiesn auf Advent umdekoriert. Das Magenbrot der Oktoberfestzeit bleibt, aber die Tüten haben jetzt Sterne.

Eine Ausnahme machen in diesen Tagen nur die Reifenhändler im Landkreis. Denen ist es egal, ob die Menschen draußen noch schwitzen oder schon frieren. Sie folgen der alten Regel, die zumindest so alt ist wie es Gummi-Pneus gibt, dass nämlich am besten von O bis O, von Oktober bis Ostern, schnee- und matschtaugliche Reifen mit ordentlich Profil ans Auto gehören. Wer also in Kürze nicht anstehen möchte wie an der Glühweinbude auf dem Christkindlmarkt, sollte bei der Werkstatt seines Vertrauens einen Wechseltermin vereinbaren. Von Sommer auf Winter. Geht doch ganz einfach.