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Mitten in Puchheim:Der Swimmingpool als Chefsache

Immer mehr Grundstücksbesitzer wollen einen Pool errichten

Kolumne von Peter Bierl

Über den Bau von privaten Schwimmbecken entscheidet in Puchheim der Bürgermeister künftig allein, vorausgesetzt, der Pool nimmt nicht mehr als fünf Prozent der Grundstücksfläche ein. Darauf einigte sich der Bauausschuss mit einer Mehrheit von 6:4 Stimmen. Anlass für den Beschluss war, dass vermehrt Anfragen eintreffen, was von der Verwaltung als Folge der Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie gedeutet wird.

Drei Bauvoranfragen sind im Sommer eingegangen, die der Ausschuss allesamt zurückwies, wobei es in einem Fall nicht bloß um einen Pool ging, sondern dafür Gelände aufgeschüttet und ein Dach für eine Terrasse gebaut werden sollte. Dabei kam zur Sprache, dass eine Garage ohne Genehmigung um ein Dach plus Dachterrasse erweitert worden war. Schon wegen dieses Schwarzbaus solle man nicht zusätzlich eine Überdachung zulassen, hieß es in der Runde. Alle drei Schwimmbecken wurden erst einmal abgelehnt.

Der Bauausschuss wollte sich erst einmal kundig machen und eine Grundsatzentscheidung fällen. Das Ergebnis war, dass zwar die bayerische Bauordnung Schwimmbecken bis zu einem Volumen von 100 Kubikmeter ohne Bauantrag zulässt, aber planungsrechtlich die Baugrenze eingehalten und die zulässige bebaute Grundfläche nicht überschritten werden darf, dabei werden Nebenanlagen wie Pools oder Garagen mitgezählt.

Unter ökologischen Gesichtspunkten ist ein Schwimmbecken eine versiegelte Fläche, wobei das Umweltamt sogenannte Naturpools kaum besser einstuft. Meist würden sie nicht funktionieren und nachträglich gechlort, heißt es in den Unterlagen zur Sitzung. Schwimmteiche seien zwar trotz Versiegelung ökologisch günstiger, aber es müssten zwei Drittel als Regenerationsfläche betrieben werden, was wiederum eine gewisse Größe erfordert, damit noch geschwommen werden kann. Wenn eine Schwimmanlage die zulässige Grundfläche überschreitet oder mehr als fünf Prozent des Grundstücks einnimmt, will der Bauausschuss künftig den Einzelfall prüfen.

© SZ vom 19.10.2020
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