Süddeutsche Zeitung

Mitten in Olching:Die Hausmittel der Präsidentin

Medizinische Hilfe für Prinz Michael III.

Kolumne Von Andreas Ostermeier

Die Brasilianer haben es leicht. Sie dürfen Karneval im Sommer feiern. Über Verkleidung müssen sie sich nur wenige Gedanken machen, und von Erkältungen, gar Grippewellen, bleiben sie bei den angenehmen Temperaturen auch verschont. Fasching im Oberland ist dagegen eine oftmals recht kühle Angelegenheit. Trotz Klimaerwärmung. Graue Tage, Temperaturen unter Null, wenig Schlaf und anstrengendes Tanzen: Im Saal schwitzen Faschingsfreunde schnell, im Freien frieren sie oft, Krankheitserreger haben da leichtes Spiel.

Doch während Besucher von Faschingsbällen im Bett bleiben können, wenn der Kopf schmerzt, die Nase läuft oder die Stimme versagt, müssen die Mitglieder des närrischen Hofstaats gesund bleiben. Denn der nächste Auftritt ruft, und die über Monate einstudierte Tanzchoreografie ist auf sämtliche Tänzer abgestimmt. Vor allem für Prinz und Prinzessin gibt es keinen Ersatz. Deswegen hat die Gesundheit der Tanzenden bei der Faschingsgilde Olching auch Priorität. Präsidentin Martina Klein kümmert sich selbst darum. Heiße Getränke wie Tee und Kaffee, dazu ein gutes Catering, das nennt sie als beste Vorsorge gegen Erkältungskrankheiten. Und das hilft. Von Husten, Schnupfen oder Kopfweh sind die Mitglieder der Faschingsgilde bislang verschont geblieben.

Doch trotz der Hausmittel der Präsidentin braucht der Prinz Schmerztabletten. Ohne Ibuprofen 600 kann Prinz Michael III. nicht tanzen. Gleich beim ersten Auftritt hat er sich am Sprunggelenk verletzt. Seitdem muss er die "magischen Nächte" - so heißt der Titel der Tanzshow der Olchinger - mit bisweilen zusammengebissenen Zähnen sowie Tape und Schiene am Fuß bestreiten. Die Faschingsfreunde sind aber froh, dass der Prinz nur am Anfang der Tanzsaison an zwei Wochenenden ausgefallen ist und zum Höhepunkt des Faschings wieder auftreten kann. In früheren Jahren hat es den Hofstaat schon heftiger getroffen, wie Klein zu berichten weiß. Eine Prinzessin erlitt einen Bandscheibenvorfall. Kaffee und Tee haben auch in diesem Fall nicht mehr geholfen.

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Quelle:
SZ vom 09.02.2018
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