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Mitten in Olching:Dauerehrung zu Lebzeiten

Für den erfolgreichen Speedwayfahrer Martin Smolinski enthüllt der Bürgermeister eine Tafel mit dessen vielen Erfolgen

Martin Smolinski ist der bekannteste Sportler in der Amperstadt. Weltweit ist der Speedwayfahrer unterwegs. Wo er hinkommt, stehen die Fans schon bereit, wollen Autogramme und Fotos mit "Smoli" machen. Manchmal wollen die Kinder auch auf seinem Motorrad sitzen. Das hat der Olchinger nicht immer so gerne, weil sein Fahrzeug ein individuell angepasstes technisches Kunstwerk ist. Alljährlich ehrt die Stadt ihren Speedwayhelden mit allen erdenklichen Auszeichnungen. Die Fantasie kennt da keine Grenzen. Doch irgendwann, das versteht jeder, gehen den Verantwortlichen im Rathaus die Ideen für Ehrungsgeschenke aus. Was tun?

Bürgermeister Andreas Magg, Martin Smolinski und sein Vater Schorsch enthüllen die Ehrentafel.

(Foto: Voxbrunner, Carmen)

Eine "Ehrentafel" für Smolinski schafft jetzt Abhilfe. Ehrentafeln erinnern häufig an Menschen, die nach einem verdienstvollen Wirken zu Lebzeiten nicht mehr unter uns weilen. Mit Straßennamen ist das genauso. Martin Smolinski ist erst 34 Jahre alt und steht im Zenit seines sportlichen Schaffens. Jetzt steht er vor einem Schild, das an der Mauer des Vereinsheims prangt und noch geheimnisvoll von einem weißen Tuch bedeckt ist. Versammelt haben sich zur Enthüllungsfeier die Honoratioren der Stadt. Bürgermeister Andreas Magg ist da, CSU-Vordenker Tomas Bauer wird gesichtet und der Vereinsvorsitzende des Olchinger Motorsportklubs, Stefan Ehrnböck. Auch Vater Georg Smolinski schaut ergriffen zur Tafel hoch und wird gebeten, sich zum Gruppenfoto zu stellen. Dann wird von Smolinski, Magg und Ehrnböck das Tuch weggezogen und die Aufschriften kommen zum Vorschein.

Oben ist die große 84 zu sehen. Das ist die Dauerstartnummer von Smolinski. 1984 ist sein Jahrgang, deshalb die 84. Sofort werden wieder die Handys gezückt. Auch Smolinski macht ein Foto mit dem Bürgermeister. Er ist spürbar beeindruckt. "Mir läuft es kalt den Rücken runter." 42 Plaketten mit den Erfolgen sind zu sehen. Von 1996 datiert die erste. "Da war ich elf Jahre alt", erläutert der Geehrte. "Auf einer kleinen Maschine für Kinder." Die letzte Plakette, die 42., trägt die Aufschrift "Deutscher Meister Speedway 2019." Seit 2005 ist Smolinski Profi - mit 19 ein Wagnis. Die vielen Sponsorennamen auf seinem Shirt und seinem Transporter belegen, dass es der sympathische Olchinger geschafft hat, von seinem Sport zu leben. Das ist bei einer Randsportart wie Speedway eine weitere Plakette wert. Der gelernte Motorradmechaniker bekam mit 19 von seinem Olchinger Arbeitgeber ein uneingeschränktes Rückkehrrecht in Aussicht gestellt, falls es mit dem Profidasein nicht klappen sollte. Und was könnte auf der 43. Plakette stehen? "Speedway-Weltmeister" wünscht sich Smolinski. Der Titel fehlt ihm noch.