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Mitten in Geiselbullach:Flexen für's Fernsehen

Retten, bergen, löschen schützen - das alles muss man bei der Feuerwehr beherrschen. Manchmal gilt es aber auch, einen Tresor fachgerecht zu entwenden

Kolumne von Florian J. Haamann

Ein guter Feuerwehrmann oder eine gute Feuerwehrfrau zu sein, das bedeutet längst nicht mehr nur, möglichst schnell und sicher Brände zu löschen und Unfallopfer zu bergen. Wer als Feuerwehrler seinen Job gut machen will, der muss heute noch viel mehr draufhaben. Und damit ist nicht gemeint, verängstigte Haustiere von Bäumen zu retten. So werden beispielsweise die Germeringer Feuerwehrleute jedes Jahr zu professionellen Models, wenn sie mal wieder oberkörperfrei für ihren Jahreskalender posieren. Im nahen Geiselbullach kann man darüber nur leise schmunzeln.

Die dortigen Ehrenamtlichen sind seit dieser Woche richtige Fernsehstars. Zumindest ein wenig. Denn mehrere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach spielen in der aktuellen Folge von "Aktenzeichen XY ungelöst" mit, die am Mittwoch ausgestrahlt wurde. Im Fall eines Mordes in Niedersachsen aus dem April 2020 stemmen sie einen Tresor aus der Wand und flexen ihn anschließend auf. Gedreht wurde die Episode vergangenen November im Landkreis, der immer wieder Drehort für die Sendung ist.

Die Rolle an der Flex hat Angelika Zettl übernommen, die stellvertretende Kommandantin der Geiselbullacher. "Das macht natürlich schon Spaß. Und es ist auch schön zu wissen, dass man etwas Sinnvolles macht und vielleicht sogar dem Opfer helfen kann", sagt Zettl, die nicht zum ersten Mal für Aktenzeichen vor der Kamera stand. Vor einigen Jahren war sie schon einmal in der Rolle einer Rettungshelferin dabei - neben ihrem Engagement bei der Feuerwehr ist sie auch im Rettungsdienst tätig. Etwa 30 Sekunden dauert der Einsatz der Geiselbullacher Feuerwehrleute, zwei bis drei Stunden hätten die Dreharbeiten für die kurze Flex-Szene gedauert. Die beiden Kollegen, die den Tresor aus der Wand stemmten, hätten am nächsten Tag noch einmal eine Stunde gedreht. "Das Interessanteste ist natürlich zu sehen, wie es hinter den Kulissen aussieht und wie lange es dauert. Wir haben die Szene etwa 15 Mal gedreht, bis sie im Kasten war. Am Ende war das Blech ganz schön dünn, aber ich denke, wir haben das einigermaßen hingekriegt", sagt Zettl und lacht. Sie selbst habe sich die Szene am Donnerstagmorgen noch einmal in der Mediathek angeschaut. Im Fernsehen sei alles ganz schön schnell vorbei gewesen.

© SZ vom 15.01.2021
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