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Mitten in Fürstenfeldbruck:Tausche Namen gegen Geld

Dass Fußballstadien die Namen großer Konzerne tragen, ist bei den Profis mittlerweile Alltag. Bei den Amateuren sieht das etwas anders aus - außer natürlich in Fürstenfeldbruck

Kolumne von Heike A. Batzer

Allianz-Arena. Jeder kennt das Fußballstadion im Norden von München, die Heimstatt der großen Bayern, benannt nach einem mindestens ebenso großen Versicherungsunternehmen. Gerne spricht man bei solchen Deals von Win-win-Situationen, in denen der eine die Kohle bekommt und der andere den Werbewert. Die Münchner Liaison ist stabil, andernorts wechseln Fußballarenen gefühlt jedes Jahr ihre Bezeichnung. Ein findiger Amateurfußballverein und ein ebenso findiger regionaler Unternehmer taten sich vor zwölf Jahren zusammen und es den Großen der Branche gleich und ließen in Fürstenfeldbruck, einer Großen Kreisstadt im Westen von München, aus einem in städtischem Besitz befindlichen Fußballplatz das Techno-Markt-Stadion werden. Als erster Amateurfußballverein in Bayern, wie man damals beim SC Fürstenfeldbruck stolz behauptete.

Sieben Jahre und viele Streitigkeiten zwischen damaliger und aktueller Vereinsführung später änderten sich in Fürstenfeldbruck die Zeiten und der Fußballplatz hatte seinen alten, unscheinbaren Namen wieder: Stadion an der Klosterstraße. Weitere fünf Jahre später nun ein erneuter Aufbruchsversuch in die Fußball-Moderne: Ausgerechnet mit der Methode seiner Vorgänger, an denen er ansonsten kein gutes Haar lässt, möchte der aktuelle Vereinschef Geld in die klammen Kassen des SC Fürstenfeldbruck holen: Tausche Stadionname gegen Geld!

Die Brucker Stadträte, die die seinerzeit neue Idee großzügig durchwinkten, müssen nun erneut darüber befinden. Und diesmal wird es kniffliger. Die Energiewerke Bayern soll das Stadion in Zukunft im Namen führen, wenn es nach dem SCF geht. Blöd nur, dass die ein Konkurrent der Brucker Stadtwerke sind und diesen damit Konkurrenz sozusagen im eigenen Haus der Stadt machen würden.

© SZ vom 03.03.2021
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