Mitten in Fürstenfeldbruck:Probesitzen im Rathaus

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Noch ist es eine Weile hin bis zu den nächsten Kommunalwahlen. Aber schon jetzt malen sich zwei Brucker Stadträte aus, wie es wäre, auf dem Chefsessel Platz zu nehmen

Glosse Stefan Salger

Jetzt also ist es raus. Es ist abgemachte Sache, wer in knapp zwei Jahren den Chefsessel von Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) erobern wird. Nun ja, zumindest könnte man sich das mühselige Procedere eines ersten Wahlgangs schenken und gleich zur Stichwahl übergehen. Denn in Frage kommen bei diesem Duell, Mann gegen Mann, ohnehin nur Andreas Lohde von der CSU und Florian Weber von Die Partei.

Das wird am Dienstag bei einer recht kurzfristig einberufenen Pressekonferenz klar. Der Amtsinhaber im Rathaus hat ein Thema ersonnen, mit dem er den beiden Konkurrenten eine wunderbare Bühne bieten kann. Wie bei einer Podiumsdiskussion sitzen Lohde zur Rechten des Moderators und Weber zu seiner Linken. Passt ja, denn zum Thema Hybridsitzungen können der Referent für Katastrophenschutz und der Referent für Digitales und Soziale Medien ja notfalls auch was beitragen. Das stellen sie auch bei allen anderen Themen dieser Welt im Stadtrat regelmäßig unter Beweis.

Mitten in Fürstenfeldbruck: Schulter an Schulter und auf Augenhöhe (von links): Andreas Lohde, OB Erich Raff und Florian Weber.

Schulter an Schulter und auf Augenhöhe (von links): Andreas Lohde, OB Erich Raff und Florian Weber.

(Foto: Stefan Salger)

Weber lässt die Spannung steigen, indem er geduldig eine knappe halbe Stunde absitzt. Dann lässt er die Bombe platzen. Die Perspektive mit Blick von ganz vorne in den Sitzungssaal gefalle ihm, stellt der Gastronom lapidar fest. Und mit kaum verhohlenem Blick auf die Zeit nach den nächsten OB-Wahlen: Da könne man sich doch glatt dran gewöhnen.

So leicht gibt sich Lohde nicht geschlagen. Auf seinem Platz mit der offenbar berauschenden Perspektive dürfe Weber sitzen bleiben, sagt er gnädig - "darüber können wir gern reden." Dort sitzt nämlich in Stadtratssitzungen traditionell der "Vize", also der Stellvertreter des OB. Die Botschaft ist klar: Lohde will nicht da bleiben, wo in Ausschusssitzungen die Protokollführerin sitzt. Er will auf den Chefsessel rochieren, so wie das möglicherweise auch Markus Droth von den Freien Wählern, Jan Halbauer von den Grünen, Christian Götz von der BBV und Philipp Heimerl von der SPD wollen. Ganz nach vorn. Ganz in die Mitte. Mit bester Perspektive.

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