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Mitten in Fürstenfeldbruck:Einnahmequelle Nacktbaden

Die Drittligahandballer wissen, wie man gestählte Körper vermarktet

Die Jungbauern haben den Reiz des Leichtbekleideten ja schon vor vielen Jahren entdeckt und geben seither alle Jahre einen Kalender raus, der Frauen mit wenig Textilien zeigt. Das Beispiel macht Schule, jetzt auch beim anderen Geschlecht. Die Germeringer Feuerwehrmänner halten ihre Waschbrettbäuche neuerdings ebenfalls für einen Kalender in die Kamera, der ratzfatz ausverkauft ist. Auch die Handballer des Sportclubs Unterpfaffenhofen hatten ein Jahr zuvor für ein Fotoshooting ihre Trikots im Schrank gelassen, und sieben deutsche Handballnationalspieler protestieren aktuell mit nackten Oberkörpern gegen die Robbenjagd.

Nun, die muskelbepackten Bodies und ansehnlichen Sixpacks der Sportler eignen sich bestens als Marketinginstrumente. Fürstenfeldbrucks Drittliga-Handballer haben ihre Männerkörper nun auch noch als Mittel zum Crowdfunding entdeckt. Denn sie brauchen Geld, viel Geld. Sie wollen in die zweite Bundesliga. Das kostet. Und so sind sie eine Wette eingegangen. 150 Trikotsponsoren wollten sie bis zum vergangenen Samstag gewonnen haben. Wenn's klappt, so versprachen sie, würden sie winters ins Pucher Meer springen - unbekleidet.

Wenn das kein Anreiz ist, das Portemonnaie zu öffnen, dachten sich viele Handballfans, die weiblichen zumal. Denn zu den Spendern gehören neben Dominik Klein, Handball-Weltmeister von 2007, einigen ehemaligen Fürstenfeldbrucker TuS-Handballern, dem Bayernligateam aus Anzing und den Fußballern aus Aich auffällig viele Frauenmannschaften - aus Ebersberg, aus Forstenried, aus Haar. Unmissverständlich machten die Frauen in Videobotschaften klar, was sie mit ihrer Spende verbinden: "Wir wollen euch baden sehen!". 162 Gönner sind nun zusammengekommen, melden die Handballer. Umgehend lösten sie ihr Versprechen ein und stürzten sich im Adamskostüm und nur in Begleitung aufblasbarer Schwimmtiere am Sonntagnachmittag ins vier Grad kalte Wasser des Pucher Meeres. Für ihren Traum von der zweiten Liga sind sie bereit, alles zu geben.