Modellprojekt in FürstenfeldbruckÖko-Mietwohnungen für Mitarbeiter der Stadtwerke

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Im Ortsteil Gelbenholzen haben die Stadtwerke das Kfw-40-Holzhaus mit sechs Wohnungen errichtet. Im April soll es bezugsfertig sein.
Im Ortsteil Gelbenholzen haben die Stadtwerke das Kfw-40-Holzhaus mit sechs Wohnungen errichtet. Im April soll es bezugsfertig sein. Stefan Salger
  • Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck haben ein dreigeschossiges KfW-40-Holzhaus mit sechs Wohnungen für 2,4 Millionen Euro errichtet, das im April bezugsfertig wird.
  • Das energieeffiziente Gebäude erreicht durch Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Batteriespeicher einen Energieversorgungsgrad von 65 Prozent bei Kaltmieten von 18 bis 19 Euro.
  • Mitarbeiter der Stadtwerke werden bei der Wohnungsvergabe bevorzugt und erhalten einen Nachlass bei der Miete.
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Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck wollen mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses zeigen, dass sich erschwingliche Mieten und eine ökologische, energieeffiziente Bauweise nicht ausschließen.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

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Ohne Fachkräfte kein Aufschwung, ohne Wohnungen keine Fachkräfte. In der Münchner Region klingt das wie eine kaum lösbare Gleichung. Mit einem Modellprojekt wollen die Stadtwerke Fürstenfeldbruck beweisen, dass Unternehmen einen Beitrag leisten können gegen die Wohnungsnot – und davon vor allem ihre aktuellen oder künftigen Mitarbeiter profitieren können. Sechs Wohnungen sind unter dem Dach eines ökologischen und energieeffizienten Neubaus entstanden.

Erst kürzlich hat der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Michael Steinbauer Unternehmen eindringlich dazu aufgerufen, auch selbst etwas gegen die Wohnungsnot zu tun. Diese empfinden die Unternehmen mit Blick auf dringend benötigtes Personal als fast ebenso großen Hemmschuh wie die Bürokratie. Auch Kommunen sollen einen Beitrag leisten. Zwar fehlen denen die Mittel für Wohnungsbau in großem Maßstab. Aber es gibt ermutigende Ansätze.

Historischer Nachbar in Ziegelbauweise: Die Fassade des Brucker Wasserwerks von 1898 steht noch, in Betrieb ist der Wasserbehälter seit den Fünfzigerjahren nicht mehr.
Historischer Nachbar in Ziegelbauweise: Die Fassade des Brucker Wasserwerks von 1898 steht noch, in Betrieb ist der Wasserbehälter seit den Fünfzigerjahren nicht mehr. Stefan Salger

So hat der Landkreis in Kooperation mit der 2019 gegründeten kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft zwei Häuser errichtet, die für Mitarbeiter des Landratsamts reserviert sind. Und die Stadt zieht am Waldfriedhof ein Wohn- und Geschäftshaus in Holzhybrid-Bauweise hoch, mit zwölf Zwei- bis Vierzimmerwohnungen – ebenfalls gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft.

Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) ist sichtlich zufrieden mit dem Neubau in Gelbenholzen, für den er als Aufsichtsratsvorsitzender des Energiedienstleisters – einem hundertprozentigen Tochterunternehmen der Stadt – ebenfalls zuständig ist. Damit könne man nicht nur die Wohnungsnot lindern, „sondern auch zeigen, was alles möglich ist“, sagt er bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die Stadtwerke durch das Architektenbüro Dreier und Lauterbach mit Blick auf die hochwertige Ausstattung.

Die Zwei- und Dreizimmerwohnungen verfügen über Parkettböden.
Die Zwei- und Dreizimmerwohnungen verfügen über Parkettböden. Stefan Salger

Auf einem Grundstück der Stadtwerke, gleich neben den Resten des einstigen Wasserbehälters von 1898, ist in eineinhalb Jahren ein dreigeschossiges Holzhaus mit sechs 42 bis 75 Quadratmeter großen Wohnungen entstanden. Die Stadtwerke lassen sich das 2,4 Millionen Euro kosten. Aus der Investition errechnet sich nach Worten von Stadtwerkechef Jan Hoppenstedt eine Kaltmiete von 18 bis 19 Euro. Mitarbeiter, die bei der Vergabe bevorzugt werden, sollen einen Nachlass erhalten.

Die Nebenkosten werden wegen der guten Wärmedämmung niedrig sein. Das Gebäude erfüllt die Anforderungen an ein KfW-40-Effizienhaus, verbraucht also lediglich 40 Prozent eines Standard-Referenzhauses. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einer Gesamtleistung von bis zu 25 Kilowatt ist das Herzstück der hauseigenen Energieversorgung. Auf den Dachflächen in Südwest- und Nordost-Richtung befinden sich insgesamt 56 Module.

Die Batterien speichern den von der PV-Anlage produzierten Strom. Sind sie komplett geladen, wird ins Stromnetz eingespeist. Bei der Besichtigung (von links): Architekt Christian Lauterbach, Stadtwerkechef Jan Hoppenstedt und OB Christian Götz.
Die Batterien speichern den von der PV-Anlage produzierten Strom. Sind sie komplett geladen, wird ins Stromnetz eingespeist. Bei der Besichtigung (von links): Architekt Christian Lauterbach, Stadtwerkechef Jan Hoppenstedt und OB Christian Götz. Stefan Salger
Die im Keller untergebrachte Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser die für die Fußbodenheizung benötigte Wärme.
Die im Keller untergebrachte Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser die für die Fußbodenheizung benötigte Wärme. Stefan Salger

Eine knapp 28 Kilowattstunden fassende Batterie speichert überschüssigen Strom für den Eigenverbrauch. Am Rande der oberirdischen Stellplätze werden noch Ladesäulen für Elektroautos installiert. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine ebenfalls im Keller untergebrachte Wärmepumpe, die Grundwasser nutzt. Das Haus erreicht damit nach Angaben der Stadtwerke einen Energieversorgungsgrad von 65 Prozent.

Manchmal schlägt Lowtech Hightech: Die Rolläden vor Fenstern und Terrassentüren werden ihrem Namen gerecht und horizontal verschoben. Sie sind wartungsarm und robuster als elektrisch betriebene Jalousien.
Manchmal schlägt Lowtech Hightech: Die Rolläden vor Fenstern und Terrassentüren werden ihrem Namen gerecht und horizontal verschoben. Sie sind wartungsarm und robuster als elektrisch betriebene Jalousien. Stefan Salger

Dort, wo es möglich ist, wird auf Hochtechnologie verzichtet, weil die gewartet werden muss und kaputtgehen kann. Interessant ist denn auch die Art der Verdunkelung: Statt elektrisch betriebener Jalousien kommen Läden aus Holzlamellen zum Einsatz, die vor Fenster oder Terrassentüren gerollt werden.

Von April an werden die Wohnungen im Fürstenfeldbrucker Ortsteil Gelbenholzen vermietet. Informationen gibt es per E-Mail an wohnungen@stadtwerke-ffb.de

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