Süddeutsche Zeitung

Mein Tag:Training in Resilienz

Olivia Hornsmann gibt Müttern Tipps zur Bewältigung von Stress

Die moderne Rolle der Mutter führt in eine Doppelbelastung: einerseits auf die Kinder aufpassen und den Haushalt erledigen, andererseits auch beruflich aktiv bleiben. Diese beiden Aspekte miteinander zu verknüpfen, kann zu enormem Stress führen. Wie Frauen mit diesem Stress umgehen können, dabei will die 37 Jahre alte Olivia Hornsmann helfen. Die studierte Pädagogin mit Schwerpunkt Lernen arbeitet als Resilienz-Trainerin. Das heißt, sie hilft einer Person dabei, die seelischen Abwehrkräfte zu aktivieren - die in der Psychologie sogenannte Resilienz zu stärken.

Das ist auch am Montag, 30. März, das Thema bei dem von ihr geleiteten und vom Brucker Forum organisierten Online-Lernraum zum Thema: "Mit der Familie stark durch die Krise. In fünf Schritten zum strukturierten Familienalltag". Dabei sollen sich die Teilnehmenden interaktiv den für sich persönlich richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie erarbeiten. "Lernen durch Austausch verankert sich viel fester als durch Zuhören", sagt die Lernspezialistin: "Hören müssen wir sehr oft, um etwas zu verfestigen." In ihren Trainings gehe es nicht einfach um die Weitergabe einer allgemeinen Blaupause, die für jede Lebenssituation passe, sondern um Selbsthilfe, mit Stress richtig umgehen zu lernen. Der Stärkung dieser Fähigkeit widmet sich Hornsmann gemeinsam mit ihrer Freundin Kathrin Schmidt bei dem Projekt "Glücksheldin".

Den Anstoß hierfür habe bei beiden eine jeweils stressbedingte Krankheit geliefert. "Die Ärzte sagten mir, die Schilddrüsenerkrankung kommt von dem Stress", erzählt Hornsmann. Seitdem widme sie sich der Aufgabe, bei anderen an Überforderung leidenden Müttern die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress zu stärken. "Es ist einem wahnsinnig viel auferlegt als Mutter", betont die Resilienztrainerin. Bei dieser Arbeit helfe ihr nicht nur ihre Fachkompetenz, sondern auch ihre eigene Erfahrung als Mutter von drei Kindern. "Ich bin sehr resilient, sehr optimistisch und ich kann auch wirklich in jedem Stück Schlechtes etwas Gutes erkennen", sagt Hornsmann. "Resilienz kann man trainieren", versichert sie. Entscheidend sei vor allem, sich ein Growth-Mindset anzueignen. Das heißt, Probleme im Leben von einer positiven Perspektive aus zu betrachten. Überzeugt zu sein, die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln zu können, aber eben ohne in ein Perfektionsdenken abzurutschen. "Viele Mütter haben bereits abgeschlossen mit ihrem Schicksal", sagt Hornsmann. "Es braucht die Einstellung: 'Wir schaffen das!'",

Auf ihrer gemeinsamen Website www.gluecksheldin.de stellen ihre Freundin Schmidt und sie nicht nur praktische Tipps gegen den Alltagsstress zur Verfügung, sondern veröffentlichen auch jeden Freitag einen neuen Podcast. Diese behandeln Themen wie: "drei Tipps gegen Schlafmangel" oder "fünf Schritte aus dem Stress", wozu auch immer wieder Experten eingeladen und Interviews geführt werden.

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Quelle:
SZ vom 30.03.2020
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