Theater:"Ich habe mich gefühlt wie der Größte"

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Tim Freudensprung ist in Fürstenfeldbruck bei München aufgewachsen - und hat am dortigen Theater, der "Neuen Bühne Bruck" gespielt - bevor es nach Berlin ging. (Foto: Klaus Schräder)

Der Schauspieler Tim Freudensprung nennt sich einen "bayerischen Proleten". Nun soll er am progressiven Berliner Maxim-Gorki-Theater spielen. Über eine Kindheit in Oberbayern, Erweckungsmomente und seine neue Sensibilität.

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck/Berlin

Eigentlich ist Tim Freudensprung Schauspieler. Doch wenn er über das Theater spricht, dann legt er jede Rolle, jede Fassade ab. Die Bühne, das ist für ihn kein abgekoppelter Raum für ästhetische Spielereien. Theater, das ist bei ihm ein Ort, an dem über die Gesellschaft, die Welt verhandelt wird. Werden muss. Und weil Freudensprung sich für diese Welt interessiert, wird er auch schon mal emotional, wenn er über sie spricht. "Wir versuchen etwas über eine diverse und offene Gesellschaft zu erzählen, und dann sind doch nur weiße Deutsche auf der Bühne", sagt der 25-Jährige: "Wann schaffen wir es, dass die Leute umdenken und auch eine Person of Colour den Romeo spielen kann? Weil es doch nicht ums Aussehen geht. Dass wir im Jahr 2020 immer noch nicht soweit sind, das ist doch eine krasse Scheiße".

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