bedeckt München

Mammendorf:Wirbel um einen Gedenkkranz

Grüne Gemeinderätin Verena Halbritter legt stellvertetend Kranz nieder 
Erinnerung an alle Opfer von Krieg, Gewalt und Terror

Mit dem Kranz soll aller Kriegsopfer gedacht werden.

(Foto: Christian Scheider/oh)

CSU ärgert sich über persönliche Aktion der Grünen-Gemeinderätin Verena Halbritter am Volkstrauertag

Von Manfred Amann, Mammendorf

Mit einer ungewöhnlichen Aktion zum Volkstrauertag hat Verena Halbritter in Mammendorf für Aufsehen gesorgt und sich damit bei Bürgermeister Josef Heckl und Gemeinderatskollegen Ärger eingehandelt. Die Gemeinderätin der Grünen hatte am Kriegerdenkmal einen Kranz niedergelegt. "Wir haben am Tag zuvor, wie üblich, allerdings ohne Zeremonie, Blumenschalen und Kränze abgelegt". Nach dem Gedenkgottesdienst am Sonntag an der Aussegnungshalle habe die Gemeinderätin neben den Gebinden des VdK-Ortsverbands, des Veteranen- und Soldatenvereins und der Gemeinde einen Kranz niedergelegt, erzählt Heckl. Halbritter begründet ihre Aktion mit dem Hinweis, dass man nicht nur der Gefallenen gedenken sollte, sondern auch all derer, die durch Kriege gelitten haben. "75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sollte der Volkstrauertag ein Tag des stillen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt sein und zwar in Besinnung auf jetzige Kriege, auf Gewalt und Terror und darauf, was wir für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit in der Welt tun können". Ein Tag des Respekts vor den Millionen ziviler Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus sollte der Volkstrauertag ihrer Meinung nach sein. "Der Volkstrauertag sollte zu einem Tag der Erinnerung und Verantwortung werden an dem allen Opfern von Gewalt, Terror, Verletzung der Menschenrechte, Vorurteilen, Intoleranz und Rassismus gedacht wird. Ein Tag an dem nicht nur der Toten, sondern auch der Traumatisierten, Vergewaltigten, Verstümmelten, Vertrieben und Geflüchteten gedacht wird, fordert Halbritter. Ebenso wie derer, die gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Willkür Widerstand leisten und geleistet haben.

"Frau Halbritter hat anscheinend ein persönliches Bedürfnis verspürt, einen eigenen Kranz niederzulegen", kommentiert Heckl, der "kein Aufhebens daraus machen" will. CSU-Gemeindrat und Landespolitiker Benjamin Miskowitsch freilich verurteilt die Aktion als "parteipolitisches Spielchen" und appelliert an Halbritter, mehr die Zusammenarbeit im Gemeinderat im Blick zu haben.

Die Grünen betonen, dass sie den Kranz aus eigenen Sitzungsgeldern bezahlt haben.

© SZ vom 24.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema