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Mammendorf:Wie sich Mammendorf auf die Kornkreispilger vorbereitet

Kornkreis

Auf ausgeschilderten Fußwegen können die Besucher durch die Kornkreise wandern.

(Foto: Günther Reger)

Parkmanagement, ausgeschilderter Fußweg und die Wasserwacht in Bereitschaft: An diesem Wochenende könnte Mammendorf zum ersten Mal zum Mekka der Kornkreisfans werden.

An diesem Wochenende könnte Mammendorf zum ersten Mal zum Mekka der Kornkreispilger werden. Gemeinde, Polizei, Landratsamt und der unfreiwillige Besitzer des riesigen Kornkreises bereiten sich auf einen ersten großen Ansturm vor und haben bei einem Krisengespräch am Donnerstagvormittag ein ganzes Bündel von Maßnahmen vereinbart, damit auch jeder den Besuch heil übersteht.

Dazu gehören unter anderem ein Parkmanagement und ein ausgeschilderter Fußweg. Die Wasserwacht, die am direkt angrenzenden See eine Wachstation hat, wurde in Bereitschaft versetzt und kann in Notfällen Erste Hilfe leisten. Nebenerwerbslandwirt Josef Huber, der am Mittwoch auch einen Hubwagen mit Aussichtsplattform am Rand des Weizenfeldes aufgestellt hat, darf mit ausdrücklicher Genehmigung von Gemeinde und Polizei Getränke an die Besucher verkaufen. Weitere Verkaufsstände oder rollende Würstelbuden will die Gemeinde aber nicht zulassen.

Für Josef Huber ist der Kornkreis ganz offenbar mehr Belastung als Freude. Schließlich hat er auch ein Baugeschäft zu führen, Landwirtschaft macht er im Nebenerwerb. "Das ist eine Katastrophe", sagt der 47-Jährige. "Ab 16, 17 Uhr ist dort Stoßzeit", berichtet er von den Besuchern, die immer zahlreicher auf sein Feld strömen. Derweil wird in der Kornkreis-Gemeinschaft auf Webseiten durchaus unterschiedlich darüber diskutiert, ob es sich tatsächlich um einen Kornkreis handele oder ob es möglicherweise doch nur "Kornkunst" sei.

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Der Unterschied: Die Kornkunst, so wird auf der Seite "Grenzwissenschaft aktuell" argumentiert, sei mechanisch von Menschen gemacht, Kornkreise aber Phänomene, die nicht menschengemacht seien. Ein Beispiel für Kunst sei der vor vier Jahren in Andechs in zwei Phasen angelegte Stern, berichtet dort Andreas Müller. Wegen der vielen anderen Kornkreise in den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck in den vergangenen Jahren müsse man davon ausgehen, "dass es gerade auch in dieser Region Menschen gibt, die in der Lage sind, derartige Kornkreise anzulegen".

Menschen, die nicht daran glauben, dass es Außerirdische gewesen sein könnten, die das kunstvolles Gebilde am Rand des Mammendorfer Erholungsgeländes hinterlassen haben, machen sich Gedanken darüber, dass bislang kein Kornkreismacher je verhaftet wurde. Der Neubiberger Werner Woitsch etwa sagt: "Mir ist aufgefallen, dass auch bei allen anderen Kornkreisfällen in Bayern, wo Schäden von Tausenden Euros entstanden sind, nie die Verursacher festgemacht wurden". Schon bei normalen Diebstählen würden penible kriminaltechnische Untersuchungen gemacht, bei Kornkreisen unterbliebe das. Woitsch fragt sich, warum die Polizei anscheinend davon abgehalten wird, mit der nötigen Sorgfalt zu recherchieren.

Eine solche Unterstellung weist Michael Fischer von der Brucker Polizei scharf zurück. "Es gibt keine Weisung, von wem auch", sagt der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion. Fischer hatte bereits am Dienstag nach Entdeckung des Kornkreises selbst das Feld betreten. Was ihm fehle, sei ein Ansatz, um ermitteln zu können. Denn anders als etwa bei Graffitisprayern hinterlassen Kornkreismacher keine verwertbaren Spuren. Es gibt keine Augenzeugen, auch keine Tippgeber. Die Ausgangslage sei sehr schwierig, sagte Fischer.

Mit der Polizei hat Josef Huber vereinbart, das Feld mindestens bis zum kommenden Wochenende stehen zu lassen. Nach den momentanen Wettervorhersagen würde es auch noch nicht gehen, das Korn vorher zu dreschen. Aber Huber sind die Last der Verantwortung, aber auch die Belästigungen, die er seit Dienstag erlebt hat, deutlich anzumerken: "Wenn der Weizen reif ist, kommt er weg", sagt der Mammendorfer entschlossen, "damit der Spuk endlich vorbei ist."

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