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Mammendorf:Haus der Vereine

Ehemalige Mädchenschule am Dorfplatz wird umgebaut

Von Manfred Amann, Mammendorf

Der neue Rathausanbau in Mammendorf ist bereits bezogen, und im Herbst wird auch der neue Dorfplatz fertig sein. Nun packt die Gemeinde die Sanierung und den Umbau der alten Mädchenschule an, die den Dorfplatz nach Norden hin abschließt. Die Südfassade soll laut Planer Dieter Haake weitgehend erhalten werden und so mit dem Rathaus harmonierend die neue Dorfmitte verschönern. Auf der Nordseite wird ein neues gläsernes Treppenhaus mit Aufzug angebaut, so dass alle Stockwerke barrierefrei erreichbar sind. Innen soll so umgebaut werden, dass Vereine und die Jugend Platz finden.

"Man könnte es als ein Haus der Begegnung oder Haus der Vereine bezeichnen, was wir erreichen wollen", erklärte Haake im Gemeinderat, der die Planungen einstimmig absegnete. Laut Bürgermeister Josef Heckl (BGM) ist der Umbau samt Brandschutz, ökologischer Verbesserungen und neuem Zugang mit 2,62 Millionen sehr teuer. Da das Projekt in das Sonderförderprogramm "Soziale Integration im Quartier" aufgenommen wurde, übernimmt aber der Freistaat Bayern 90 Prozent der förderfähigen Kosten. "Ich denke, dass wir etwa 1,8 Millionen Euro Zuschuss bekommen und selbst nur rund 850 000 Euro schultern müssen", sagte der Rathauschef.

Im Untergeschoss des alten Schulgebäudes an der Klosterstraße bekommt die Jugend einen großen Raum mit einer Teeküche und einem "Medienzimmer". Im Erdgeschoss werden Räumlichkeiten für den 2015 gegründeten Bläserkreis "Da Capo" geschaffen sowie für Bayerns jüngsten Trachtenverein "D'Moasawinkler Mammendorf", der seit 2007 besteht. Im Obergeschoss wird wie bisher die örtliche Bücherei unterkommen. Im Dachgeschoss können die Musikschule sowie die Theatergemeinschaft Mammendorf ihre Räumlichkeiten behalten.

"Vorsorglich wurde eine Anschlussmöglichkeit an die von einem Nachbarn geplante Nahwärmeversorgung vorbereitet", erklärte Haake. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die umstrittene Hackschnitzel-Heizanlage komme, meinte der Architekt. Bis dahin könne die bestehende Heizung noch genutzt werden. Sollte kein Anschluss an die Anlage möglich sein, müsse sich der Gemeinderat in einigen Jahren eine andere Heizungslösung überlegen. Auf die Frage von Verena Halbritter (Grüne), nach Klimaschutzmaßnahmen erklärte der Architekt, dass die teilweise vorhandene Außendämmung verbessert und im Süden neue Fenster eingebaut werden. Auf den anderen Hausseiten seien die Fenster schon vor einigen Jahren erneuert worden. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu montieren, hielten die Gemeinderatsmitglieder "aus optischen Gründen" nicht für sinnvoll, weil das Gebäude am Dorfplatz zusammen mit dem Rathaus die Ortsmitte prägen wird. Laut Bürgermeister Heckl sollen die Bauarbeiten im April nächsten Jahres beginnen und werden sich etwa ein Jahr hinziehen. Während der gesamten Bauzeit müsse das Gebäude komplett gesperrt werden.

© SZ vom 06.08.2020

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