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Mammendorf:Große Pläne für Mammendorf

Politik

Seinen Jahresrückblick und die Vorausschau aufs neue Jahr liefert Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl heuer nicht auf der Bürgerversammlung sondern in einem Video.

(Foto: Anton Fasching)

Trotz der aktuellen Lage will die Kommune an zahlreichen Projekten festhalten, darunter ein neues Schulgebäude, Wohnungen und ein neues Baugebiet. Das gibt Bürgermeister Heckl in einem Video bekannt

Von Manfred Amann, Mammendorf

Obwohl die finanziellen Folgen der Corona-Krise noch nicht absehbar sind, hält die Gemeinde Mammendorf an der Realisierung zahlreicher kostenintensiver Projekte und infrastruktureller Veränderungen fest. Laut dem Jahresbericht 2020 mit Vorschau auf 2021, den Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft) wegen der Corona-Vorgaben statt auf der üblichen Bürgerversammlung auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf per Video präsentiert, wird die Errichtung einer neuen Grundschule die bedeutendste Herausforderung der kommenden Jahre.

"Um dem Bedarf gerecht zu werden und die Schule zukunftsfähig zu machen, wollen wir östlich des neuen Parkplatzes an der Dorothea-von-Haldenberg-Schule in einem separaten Gebäude Räumlichkeiten für die Klassen eins bis vier schaffen", erklärt Heckl. Die Kosten dafür betragen etwa 15,5 Millionen Euro. Der bestehende Schulbereich soll dann der Mittelschule zur Verfügung stehen. Um die bereits jetzt vorhandene Raumnot zu lindern, sollen übergangsweise vier Container aufgestellt werden. Nachdem die Erweiterung des Rathauses mit einem Anbau samt Tiefgarage und Außenanlagen im Vorjahr für etwa 6,8 Millionen weitgehend abgeschlossen werden konnte, soll in diesem Jahr mit der Generalsanierung der alten Schule begonnen und damit das Ensemble der neuen Ortsmitte vollendet werden.

"Durch den Bau eines Außenaufzuges wird das Haus für Vereine und gemeindliche Einrichtungen laut Heckl "zu allen Stockwerken barrierefrei zugänglich". Angepackt werden sollen heuer auch die Sanierung und Nutzungsplanung für das von der Gemeinde erworbene Schambergerhaus, bei der die Bürger in Form eines weiteren Workshops eingebunden werden.

Für die alte Schule und für das Schambergerhaus kann die Gemeinde mit hohen Zuschüssen rechnen. Als weiteres Großprojekt steht die Vorbereitung des Baugebietes Mammendorf Süd an, auf deren Fläche nahe zum Ortszentrum auch ein neues Kinderhaus sowie ein Seniorenzentrum mit 50 Plätzen und Einrichtungen für die Tagespflege errichtet werden. Die Kosten für die Kita werden etwa 3,7 Millionen Euro betragen. Die Betreuungseinrichtung für Senioren wird von der Unternehmensgruppe "Domizilium" gebaut und finanziert, betrieben wird sie von der Diakonie. Wie Heckl anführt, wird überlegt, Heimplätze auch zu verkaufen, mit der Bedingung, sie an die Diakonie zur Nutzung zu vermieten.

In diesem Jahr soll auch mit dem Bau der Sozialwohnungen zwischen dem Ronbergerweg und der Kreuzstraße begonnen werden. "Momentan überlegen wir noch, die neun kostengünstigen Wohnungen in die Obhut der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises zu geben", erklärt der Rathauschef. Für den Bau sind 3,2 Millionen Euro angesetzt.

Obwohl es wahrscheinlich in diesem Jahr zur üblichen Zeit um Christi Himmelfahrt mit dem Volksfest wieder nichts wird, hat der Volksfestausschuss die Planung aufgenommen. Bürgermeister Heckl wagt indes nicht, zu versprechen, dass die beliebte Festwoche eventuell an einem Ausweichtermin im August stattfinden kann. Erfreut über die 2020 erneut über den Erwartungen liegende Stromausbeute des Mammendorfer Windrades kündigt Heckl an, die Planung einer weiteren Windkraftanlage auf Gemeindegebiet in diesem Jahr "mit neuem Schwung angehen" zu wollen. Zur Finanzsituation der Gemeinde sagt Heckl: "2020 werden wir mit einem blauen Auge davonkommen, die beiden Jahre danach werden sicher nicht leicht".

© SZ vom 18.01.2021
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