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Mammendorf:Ein Jahr Landtag

Händeschütteln im Landkreis: Benjamin Miskowitsch (rechts) begrüßt Ministerpräsident Markus Söder auf dem Volksfest in Maisach.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

CSU-Abgeordneter Benjamin Miskowitsch zieht Bilanz

Als sich die neu gewählten Landtagsabgeordneten vor einem Jahr zu den ersten Sitzungen getroffen haben, war Benjamin Miskowitsch einer von 18 neuen Mitgliedern in der CSU-Fraktion. Die Jung-Landespolitiker seien sehr gut aufgenommen worden, erzählt der Mammendorfer, der sein Mandat im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost gewonnen hat. Doch trotz der freundlichen Aufnahme und der Erfahrungen als Kommunalpolitiker sei er in den ersten Sitzungen schon aufgeregt gewesen, sagt er im Rückblick auf sein erstes parlamentarisches Jahr. Besonders die Mitarbeit in den Ausschüssen verlange nach eine rasche Einarbeitung, denn die Gremien setzen die durch den Wahlkampf unterbrochene Arbeit zügig fort. Der Mammendorfer gehört dem Wirtschafts- und dem Petitionsausschuss an. Beides habe er sich gewünscht, sagt er. Berufspolitiker zu werden, das sei nicht sein Ziel gewesen, doch nach dem ersten Jahr im Maximilianeum wolle er seinen Beruf nicht mehr missen. "Ich freue mich auf die nächsten vier Jahre."

In denen wird ihn das Thema Ausbau der S 4 bestimmt nicht verlassen, zumal er selbst daran beteiligt war, dass die Forderung nach Verbesserungen auf der Strecke von Pasing nach Fürstenfeldbruck in der Staatsregierung mehr Aufmerksamkeit erhalten hat. Nun soll es eine neue Machbarkeitsstudie zu einem viergleisigen Ausbau geben. Was die erbringe, das könne er nicht prognostizieren, sagt Miskowitsch, aber klar sei, dass ein Ausbau des Nahverkehrs in der Boomregion nötig sei. Sicher ist er sich darin, dass er und Alex Dorow, CSU-Abgeordneter für Landsberg und Fürstenfeldbruck-West, in dieser Frage den Ministerpräsidenten hinter sich haben. Miskowitsch ist selbst Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, fährt von seinem Heimatort oft mit dem Fugger-Express nach München. Auf dieser Linie sind die Probleme ähnlich wie die auf der S 4. Neulich, so erzählt er, habe er fast nicht einsteigen können, weil der Zug in Mammendorf so voll gewesen ist. Auch auf der Strecke München-Augsburg hält er deswegen Verbesserungen für nötig.

Eingeschaltet hat sich Miskowitsch auch, als im Frühsommer Kommunen begannen, Badeinseln abzubauen. Grund dafür war ein Urteil zur Haftung von Städten und Gemeinden bei Badeunfällen. Etliche Kommunen wollten deshalb verhindern, in Regress genommen werden zu können. Viele Badegäste reagierten enttäuscht auf das Entfernen der Kunststoffinseln aus den Seen. Am runden Tisch und in Gesprächen habe er versucht, Kommunalpolitikern die Angst zu nehmen, sagt der Abgeordnete, der sich wünscht, dass es im nächsten Sommer wieder Badeinseln geben wird. Einen pauschalen Ausschluss der Haftung werde es für die Kommunen aber wohl nicht geben, sagt Miskowitsch.

Als wichtiges Thema für ganz Bayern sieht der Mammendorfer das Hinarbeiten auf gleiche Lebensverhältnisse in den Regionen. Man dürfe nicht sämtliche Energien auf die Metropolen lenken, sagt er. Auch die anderen Teile des Freistaats müssten gestärkt werden, beispielsweise durch mehr Schulen und Studienmöglichkeiten. Nur dann kann seinen Aussagen nach der stete Wegzug aus den Regionen eingedämmt werden.