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Mammendorf:Bauland für Einheimische

Gemeinde Mammendorf verkauft zwei Grundstücke

Im neuen Wohnbaugebiet "Mammendorf Süd", auf dem neben Baugrund für zahlreiche Einfamilienhäuser auch ein Kinderhaus und eine Senioreneinrichtung entstehen, verkauft die Gemeinde zwei Bauparzellen mit einer Größe von 436 und 408 Quadratmeter. Obwohl die Grundstücke auf dem freien Markt veräußert werden sollen, sollen möglichst Mammendorfer zum Zug kommen. Der Gemeinderat beschloss daher jetzt einen Kriterienkatalog als Orientierungshilfe für Interessenten.

Wie bei Einheimischenmodellen üblich, werden Punkte etwa für die Lebenszeit in Mammendorf, die Anzahl der Kinder oder die Betreuung von Menschen mit Einschränkungen oder Pflegestufe vergeben. Minuspunkte gibt es aber auch, etwa wenn der Bauwerber bereits Haus oder Eigentumswohnung oder gar ein Baugrundstück besitzt. Die Anzahl der Plus- abzüglich der Minuspunkte entscheidet über die Rangfolge für die Vergabe. Eine Anregung von Verena Halbritter (Grüne), auch alternative Wohnformen wie Wohngemeinschaften zum Beispiel in Form einer GmbH positiv zu bewerten, wurde abgelehnt.

Beschlossen wurde zudem, die Grundstücke zum Preis von 950 Euro zuzüglich Erschließungskosten anzubieten. "Der Bodenrichtpreis liegt bei 860 Euro, im Mammendorf sind aber auch schon 1000 Euro für den Quadratmeter bezahlt worden", erläuterte Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft /BGM). Man wolle einen "vernünftigen Erlös erzielen, ohne als Preistreiber zu wirken", begründete er die Preisfestsetzung. Dass die Käufer überdies notarvertraglich dazu verpflichtet werden sollen, ein "Effizienzhaus KfW 40 plus" zu errichten, begrüßten die Grünen als "hinsichtlich Klimaschutz richtigen Schritt". Max Altmann schlug vor, den Quadratmeterpreis auf 900 Euro abzusenken, um insbesondere Jüngeren eine Chance zu geben und um weniger preistreiberisch zu wirken. Dagegen wandte Martin Neheider (BGM) ein, dass die Gemeinde damit auf viel Geld verzichten würde, das man anderweitig gut gebrauchen könne. "Mit Blick auch die Cranona-Folgen sollten wir bei 950 Euro bleiben", sagte Neheider. Altmanns Antrag wurde mit zehn gegen sechs Stimmen abgelehnt. Thomas Holzmüller (FW) wollte, dass es erst von hundert Quadratmetern Wohnungsgröße an einen Punktabzug gibt, blieb mit seiner Ansicht aber allein. Holzmüller unterstützte den weiteren Antrag der Grünen, die zeitliche Frist von fünf Jahren, innerhalb der die Grundstücke bebaut werden sollen, auf sieben Jahre auszudehnen. Die Ratsmitglieder stimmten zu.

© SZ vom 31.07.2020 / mann

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