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Mammendorf:Alle paar Sekunden ein Schuss

Landtagsabgeordneter Hans Friedl schlägt lärmgeplagten Anwohnern der Hattenhofener Schießanlage Petition vor

Inzwischen hat das Landratsamt über einen Bescheid den Betreiber des Jagdparcours Oberbayern angeschrieben, aus dem laut dem Landtagsabgeordneten Hans Friedl ganz klar hervorgeht, dass keinesfalls mehr als 2200 Schuss pro Tag auf der Anlage in Hattenhofen abgegeben werden dürften. Unabhängig davon haben sich die vom Lärm betroffenen Familien Selmayr und Ungerer aus Mammendorf schriftlich mit der Bitte um Unterstützung den Allinger Politiker gewandt. Den Betroffenen gehe es nicht darum, den Schießbetrieb komplett einzustellen, sondern sie wollten nur verhindern, dass der Schießbetrieb nicht ausarte und die bisherige Nutzung in seinen Grenzwerten auch weiterhin eingehalten werde, heißt es in der Pressemitteilung des Abgeordneten.

Eine in Diskussion stehende Erhöhung der Schusszahl auf 8800 oder mehr pro Tag und auf einen Schießbetrieb auch am Sonntag wird grundsätzlich abgelehnt. "Wir haben kein Problem damit, dass Leute ihrem Hobby nachgehen und dass die Jäger auch ein regelmäßiges Training durchführen müssen", so Otto Selmayr zu Friedl, "aber die bisherigen geltenden und vereinbarten Vorschriften des Immissionsschutzrechts müssen auch weiterhin eingehalten werden".

Überrascht war Friedl beim Besuch bei den Familien über die akustische Wahrnehmung des Schießbetriebes. Obwohl es an diesem Tag regnete und obwohl in der Mittagszeit bei den Familien vor Ort gewesen sei, sei in Abständen von ungefähr 10 bis 20 Sekunden ein Knall durch den Schießbetrieb deutlich wahrnehmbar gewesen. "Man sollte sich grundsätzlich überlegen, ob ein Teil der Übungen künftig mittels neuer Techniken wie Laserstrahlen durchgeführt werden könnte, um die bereits heute hohe Anzahl von 2200 hörbaren Abschüssen pro Tag auf ein Mindestmaß zu reduzieren", so der Stimmkreisabgeordnete. Zudem sollten Maßnahmen festgeschrieben werden, wie die tägliche Schusszahl gezählt und zur Nachverfolgung und Einhaltung der Maximalschusszahl kontrolliert werden könne. Sollte sich keine Einigung mit dem Betreiber ergeben, empfiehlt Friedl eine Petition an den Landtag. Hierbei sagte er Unterstützung zu, denn dann könnte der Freistaat regulierend zur Lösung der Problematik eingreifen.

© SZ vom 14.05.2021 / sz
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