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Maisach:Präzedenzfall abgewehrt

Es wird derzeit reichlich neuer Wohnraum in Maisach geschaffen. Jedes Grundstück wird bis an seine Grenzen ausgenutzt, weil der Boden teuer ist und die Rendite hoch sein soll. Wenn es dazu kommen könnte, dass durch einen Um- und Neubau sogar weniger Boden versiegelt würde, könnte der Gemeinderat eigentlich glücklich darüber sein. Ist er aber bei einer jüngst behandelten formlosen Bauvoranfrage für ein Grundstück im Herzen von Gernlinden nicht. Angefragt hatte ein Investor, ob er ein bestehendes Wohngebäude mit zwei Wohneinheiten an der Graf-Torring-Straße so umzubauen könnte, dass daraus ein Vierfamilienhaus entsteht. Da auf dem Grundstück viel Platz ist, soll ein Dreifamilienhaus neu errichtet werden. Der Bauherr müsste für die sieben Wohneinheiten neun Stellplätze nachweisen. Sie sind auf dem Grundstück eingeplant. Genau daran ist die Voranfrage nun gescheitert.

Ein großes Problem in Gernlinden ist die Parkplatznot. Deshalb wurde per Bebauungsplan für die Südseite des Gernlindener Zentrums festgelegt, dass bei einem Neubau von fünf Wohneinheiten an die Fahrzeuge in einer Tiefgarage abgestellt werden müssen. Der Investor müsste also für die Garage tiefer in die Tasche greifen oder er bräuchte eine Ausnahmegenehmigung. Die aber hat ihm der Gemeinderat nicht erteilt, da dies zu einem Präzedenzfall geführt und die Planungsabsicht der Gemeinde ausgehebelt hätte.

© SZ vom 14.12.2020 / ecs
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